14.08.2019

Brot aus 4.500 Jahre alter Hefe gebacken

Der US-Amerikaner Seamus Blackley ist vor allem als Videospieldesigner bekannt, er ist einer der Entwickler der Spielkonsole Xbox. Der studierte Physiker hat aber auch ein ausgeprägtes Faible für Ägyptologie – und das hat er nun eigenen Angaben zufolge auf sehr spezielle Weise zelebriert: Blackley hat aus 4.500 Jahre alter Hefe Brot gebacken.

 

Wie der Hobby-Ägyptologe im Kurznachrichtendienst Twitter dokumentierte, kam er dabei freilich nicht ohne Unterstützung von Experten aus. Die Archäologin Serena Love ermöglichte ihm den Zugang zu altägyptischen Gefäßen, in denen einst Brot und Bier hergestellt worden war, und die sich heute in der Sammlung eines Bostoner Museums befinden. Der Mikrobiologe Richard Browman machte sich daran, die uralten Hefereste in den Behältern zu untersuchen und zu extrahieren.

Gerste, Einkorn, Uralt-Hefe

Die meisten der entnommenen Hefeproben wurde für wissenschaftliche Untersuchungen in ein Labor geschickt. Wie Browman zur BBC sagte, ergaben DNA-Analysen, dass eine Kontamination mit modernen Hefen unwahrscheinlich ist, die Proben also tatsächlich aus dem Altertum stammen. „Diese Kulturen können über lange Zeit schlummern und wieder aktiviert werden", so der Forscher. "Hefen sind äußerst robuste Lebewesen."

 

Einen kleinen Teil der extrahierten Mikroorganismen durfte Blackley für sein eigenes Experiment behalten. Seinen Angaben zufolge belebte er die einzelligen Pilze mithilfe von Nährstoffen wieder und konnte sie so weit kultivieren, um sie für einen Sauerteig zu verwenden. Zum Einsatz kamen Gerste und Einkorn, denn „der Weizen war noch nicht erfunden, als diese Hefen entstanden".

 

Dynastischer Brotvergleich

Mit dem Ergebnis war Blackley mehr als zufrieden: Das Brot habe süßer und vielfältiger gerochen als modernes Sauerteigbrot und fantastisch geschmeckt. „Ich musste mich zurückhalten, nicht zuviel auf einmal zu essen", sagte er zu Vice. Die Archäologin Love und der Mikrobiologe Browman scheinen von der Idee jedenfalls angetan zu sein. Gemeinsam mit Blackley wollen die beiden noch einen weiteren Schritt in Richtung Authentizität gehen.

 

Geplant ist, Hefe-Proben aus unterschiedlichen ägyptischen Dynastien zu sammeln und mittels genetischer Analysen zu erforschen, wie sich die Pilze im Lauf der Zeit verändert haben. Und sie wollen aus allen Proben Brot backen – künftig aber nicht im modernen Backofen, sondern in Keramikgefäßen am Feuer.

 

Quelle: Der Standard, Foto: Seamus Blackley


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