06.09.2016

Die alten Ägypter verwendeten Metall zum Bootsbau

Metallteile an einem Stück Bootsholz, das man bei einer Ausgra-

bung in der Nähe der Großen Pyramide von Gizeh entdeckt hat, belegen erstmalig, dass die alten Ägypter bereits Metall für den Bau ihrer Boote verwendeten.

 

Noch nie zuvor haben wir die Verwendung von Metallen in Bootsgerüsten gesehen, wie wir sie in diesem Boot vorgefunden haben." Diese überraschende Nachricht verkündete Mohamed Mostafa Abdel-Megeed, offizieller Sprecher des ägyptischen Staatsministerium für Altertümer-Angelegenheiten und Experte für Bootsbau im alten Ägypten, vergangene Woche im Rahmen einer Pressekonferenz in Kairo. Bisher ging man davon aus, dass die alten Ägypter ihre Boote lediglich aus heimischem Akazien- und Sykomorenholz als auch aus importierten Kiefern, Zypressen und Zedern bauten und das Tauwerk aus Palmfasern, Papyrus oder verschiedenen Grasfasern hergestellt wurde. Doch Kreis- und U-förmige Metallhaken, die man an Cheops zweiter Sonnenbarke entdeckt hat, belegen, dass man auch schon bereits vor rund 4.500 Jahren vereinzelt Metallteile im Bootsbau nutzte. Das Holzteil, an dem die Metallobjekte angebracht wurden, ist acht Meter lang, 40 Zentimeter breit und vier Zentimeter dick. Offensichtlich dienten die U-förmigen Metallhaken dazu, die Paddel zu platzieren und die Reibung von Holz an Holz zu vermeiden, vermutet der japanische Ägyptologe Sakuji Yoshimura.

 

Die Barke war im selben Jahr wie Cheops erste Sonnenbarke in der Nähe der Großen Pyramide  begraben  worden.  Sonnenbar-

ken die in Gruben nahe den königlichen Grabstätten vergraben wurden, sind wahrscheinlich für den Trauerzug der Pharaonen verwendet worden, während andere wiederum für ihre Reisen in die jenseitige Welt bestimmt waren.

 

Bergung von Cheops‘ zweiter Sonnenbarke

Die Bergungsarbeiten dieser zweiten Sonnenbarke wurden im Dezember 2014 gestartet (wir berichteten). An der Südseite der Pyramide befanden sich zwei große, vor 4.500 Jahren versiegelte, rechteckige Gruben, in denen zwei Sonnenbarken des Königs Cheops aufbewahrt wurden. Eine ist 53 m lang, 7 m breit und 7m tief, die andere ist mit 51,5 m Länge etwas kleiner. Die Sonnenbarken sollten dem Pharao nach seinem Tode zur Verfügung stehen, damit er seine Tag- und Nachtreise mit dem Sonnengott Ra antreten kann. Die eine hieß »Manedjet« und trug die Sonne am Tag, die andere hieß »Mesektet« und trug sie in der Nacht.

 

Eines der Barken hatte man in den 1950er-Jahren bereits ausgegraben und nach zehn Jahren mühevoller Arbeit rekonstruiert. Die Fachleute hatten es nicht leicht, denn die Sonnenbarke wurde nicht in einem Stück begraben, sondern in insgesamt 13 Schichten mit vielen Einzelteilen. Insgesamt bargen die Archäologen 1.224 Teile aus Zedernholz, von denen die größten Teile 22 m und die kleinsten Stücke 10 cm betrugen. Das Schiff hatte nach seiner Rekonstruktion eine Länge von 43,40 m, eine Breite von 5,66 m und einen Tiefgang von 1,5 m. Die Ägyptische Altertümerverwaltung beschloss damals, die zweite Grube nicht zu öffnen und die darin befindliche Barke erstmal drin zu lassen.

 

 

© Fernando Calvo

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