15.01.2018

Verbirgt die Cheops-Pyramide »Tore zum Himmel«?

Nachdem japanische, französische und ägyptische Wissenschaftler vergangenes Jahr bekannt gaben, dass sie eine große verborgene Kammer in der Cheops-Pyramide in Gizeh entdeckt hätten, liefert ein italienischer Professor nun die dazugehörige Antwort, welchem Zweck sie möglicherweise diente.

 

Den Forschern gelang der sensationelle Fund im Rahmen des »Scan-Pyramids-Projekts«, als sie unter Verwendung der Myonentomografie in 2017 neue Scans an der Cheops-Pyramide durchführten - einer Scantechnik, die Dichteänderungen in Gesteinsbauten wahrnehmen kann. Diese offenbarten direkt hinter der Nordfassade der Cheops-Pyramide einen bis zu drei Meter hohen und bis zwei Meter breiten Korridor (wir berichteten). Seitdem rätseln die Experten,  was dieser Hohlraum für eine Bedeutung haben könnte, denn bautechnisch betrachtet, erfüllt er scheinbar keine Funktion.

 

Nun hat Giulio Magli, Direktor des Instituts für Mathematik und Professor für Archäoastronomie an der Politecnico di Milano auf dem Dokumentenserver arXiv.org eine Erklärung angeboten. Er hält es für möglich, dass sich in dieser entdeckten Kammer der »eiserne Thron« befinden könnte, der in altägyptischen Pyramidentexten erwähnt wird. Darin wird beschrieben, dass der Pharao nach seinem Tode die »Tore zum Himmel« durchqueren muss, bis er die Sterne im Norden erreicht und dort auf einem »Thron aus Eisen« platz nehmen muss. „Es gibt eine mögliche Erklärung, die damit im Einklang steht, was wir über die ägyptischen Begräbnisrituale aus den Pyramidentexten wissen. Daraus folgt, dass der Pharao, bevor er die Sterne des Nordens erreicht, durch das »Himmelstor« gehen und sich auf seinem »eisernen Thron« setzen muss“, wird Magli auf EurekAlert zitiert.

Die Nord-Süd-Sektion der Cheops-Pyramide mit der hypothetischen, mit Schutt gefüllten entdeckten Kammer und den vier Schächten.
Die Nord-Süd-Sektion der Cheops-Pyramide mit der hypothetischen, mit Schutt gefüllten entdeckten Kammer und den vier Schächten.

Seiner Theorie nach wurden also die vier Schächte im Innern der Pyramide, die Richtung Norden zeigen und mit Sperrsteinen versehen wurden, zum »Wohnort des Pharaos im Jenseits« ausgerichtet. Zwei dieser Schächte führen aus der Pyramide hinaus, während die beiden anderen zu kleinen Türen führen und dort enden. Die südliche Tür wurde bereits mehrfach erfolglos untersucht, der nördliche Schacht bzw. dessen Sperrstein hingegen ist immer noch versiegelt und unerforscht.

 

Auch wie der Eisenthron in dieser Kammer aussehen könnte, hat Magli eine genaue Vorstellung. Er stützt sich dabei auf den Thron von Cheops’ Mutter Hetepheres, den Archäologen der Harvard University in mühevoller Kleinstarbeit aus den gefundenen Überresten rekonstruiert haben und schließt daraus, dass der eiserne Thron des Pharaos ähnlich aussehen könnte. Er würde demnach eine tiefliegende Sitzfläche aufweisen und aus vergoldetem Eisen bestehen, das mit Zedernholz und Fayenceeinlagen verziert wurde.

 

© Fernando Calvo*, Foto: Giulio Magli  

 

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