02.04.2019

Wieso fehlt ägyptischen Statuen oft die Nase?

Eines der merkwürdigsten Dinge an altägyptischen Statuen ist, dass in den meisten Fällen ihre Nase fehlt. Man könnte geneigt sein, es mit altersbedingtem Zerfall erklären zu wollen und sicherlich wird es in einigen Fällen auch tatsächlich so sein, doch scheint die selektive Natur der Schäden und die Häufigkeit, mit der sie auftreten, eher darauf hinzudeuten, dass es eine ganz andere Erklärung dafür geben könnte.

 

Auch Edward Bleiberg, Kurator der ägyptischen Kunstgalerien im Brooklyn Museum, glaubt nicht, dass es ausschließlich der Zahn der Zeit gewesen sei, der an diesem Gesichtsteil ganagt habe. Er ist der Meinung, dass die Entfernung vieler Nasen vielmehr ein völlig bewusster und zielgerichteter Akt menschlicher Zerstörung war. Den Schlüssel zu dieser Verunstaltung sieht er im altägyptischen Glauben, dass solche Skulpturen die Seelen der Verstorbenen enthielten und dass Statuen, Gemälde und andere Darstellungen ein »Portal« zwischen der Welt der Lebenden und dem Jenseits darstellten.

 

 

 

Bleiberg glaubt, dass sich Grabräuber vor den göttlichen Vergeltungsmaßnahmen schützen wollten und deswegen die Nase entfernten, um den Geist in der Statue zu »töten«, indem sie ihn daran hinderten, zu atmen. „Der beschädigte Teil des Körpers konnte seine Aufgabe dann nicht mehr verrichten", erklärt Bleiberg auf Artsy.net.

 

Aus diesem Grund gäbe es in der Geschichte viele Beispiele, wo ägyptische Artefakte absichtlich verunstaltet wurden. Selbst als das Christentum in das Land am Nil eintraf, wurden Symbole ägyptischer Gottheiten beschädigt, um damit zu verhindern, dass »Dämonen« wieder auferstehen. „Darstellungen in der Öffentlichkeit zeigen, wer die Macht hat, die Geschichte darüber zu erzählen, was geschehen ist und was in Erinnerung bleiben soll", so Bleiberg.

 

 

© Fernando Calvo*, Foto: Walters Art Museum

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