10.12.2016

Die rätselhaften Steinwälle von Kalifornien

Kilometerlange Steinwälle an der Ostküste der Vereinigten Staaten stehen in der heutigen Landschaft herum und niemand kann erklären, wozu sie einst dienten, wann sie errichtet wurden oder wer ihre Erbauer waren.

 

Die rätselhaften Steinwälle verlaufen in Abschnitten durch den Ed R. Levin County Park im Santa Clara County, dem Russian Ridge in den Bergen von Santa Cruz, verschiedenen Parks an der Ostküste Kaliforniens einschließlich des East Bay Regional Parks und einigen privaten Ranches in Livermore Valley. Aber auch in den Ausläufern der Sierra, hinter der Stadt El Dorado Hills entlang des Highways 50 – praktisch im gesamten Bundesstaat Kalifornien verteilt. Sie verlaufen aber nicht nur geradlinig, sondern auch schlangenförmig oder bilden zur Abwechslung rund 60 Meter breite Spiralen.

 

Wenn man die US-Archäologen nach diesen Wällen fragt, erhält man die Antwort, dass es keine definitive Antwort auf deren Herkunft gibt. Man vermutet, dass sie einen historischen Ursprung haben aber es gibt keinerlei Hinweise auf ihre Erbauer oder Zweck. Man weiß nur, dass dieses Gebiet zwar schon seit mindestens 7.000 Jahren besiedelt wurde, es aber keinerlei Aufzeichnungen oder Überlieferungen über diese Mauern gibt. Auch über das Alter kann nur spekuliert werden und es gibt lediglich einen einzigen wissenschaftlich  fundierten  Datierungs-

versuch, der aber sehr fragwürdig ist, da er nicht wirklich repräsentativ ist. Und zwar hatten Forscher einige an den Wällen gewachsene Flechten analysiert und kamen auf ein eine Entstehungszeit zwischen den 1850er- und 1880er-Jahren.

 

Tatsächlich würde es in die Zeit des großen kalifornischen Goldrauschs fallen aber sie würden keinen Sinn als Schutzwall für die Goldgräber machen, denn mit einer maximalen Höhe von ca. 90 bis 120 Zentimetern wäre er kein sicherer Schutz. Diese geringe Höhe würde weder Menschen noch Pferde daran hindern, die Steinmauer zu überwinden. Außerdem stünde der Aufwand für seinen Bau in keiner Relation zu dem Nutzen, da er aus unzähligen kleinen Steinen von der Größe einer Melone bis zu riesigen Brocken mit bis zu einer Tonne Gewicht besteht, die alle mit Mörtel zusammengehalten werden. Nein, falls die Goldgräber – aus welchen Gründen auch immer – eine Schutzbarriere benötigt hätten, wären sie mit Maschendraht oder einen Zaun effektiver und auch noch wesentlich schneller zum gewünschten Erfolg gelangt. Deshalb sind die meisten davon überzeugt, dass die Mauern sicherlich eher rituellen, spirituellen heiligen oder sogar astronomischen Zwecken dienten und vielleicht sogar mit dem englischen Stonehenge vergleichbar sein könnten.

 

Die indigenen Völker dort haben auch keine Erklärung für die Steinwälle, sie verweisen nur darauf, dass Indianer nie ein großes Interesse an Mauern hatten und zweifeln einen india-nischen Ursprung an.

 

 

© Fernando Calvo

 

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