27.09.2016

Neue Scharrbilder in Peru entdeckt

In der Nähe der historischen peruanischen Stadt Quilcapampa haben Archäologen Dutzende von kreisförmigen Geoglyphen entdeckt, von denen einige ineinander verflochten sind. Sie sind teilweise nur aus der Luft als solche erkennbar und befinden sich in der Nähe uralter Handelswege.

 

Justin Jennings arbeitet als Kurator am Royal Ontario Museum von Toronto und hat als Teamleiter mit seinen Kollegen die Geoglyphen in Quilcapampa im Sihuas-Tal kartiert. Dazu verwendeten sie eine Kombination  aus  Satellitenbildern,  Droh-

nen sowie Bodenuntersuchungen. Die kleineren Geoglyphen sind auch vom Boden erkennbar, während die größeren nur aus der Luft deutlich identifiziert werden konnten. Die Forscher versuchen nun, noch so viel wie möglich von der Landschaft zu kartieren, bevor das Gebiet der Landwirtschaft zum Opfer fällt.

 

Wie die Archäologen im Fachblatt »Journal of Archaeological Science« schreiben, fanden sie heraus, dass viele der Geoglyphen zwar aus einfachen Ein-Ring-Formen bestehen, doch einige andere auch wesentlich komplexer sind. Eine Geoglyphe besteht beispielsweise aus mindestens sechs Kreisen, die einem unregelmäßigen Muster folgen und in kleineren Kreisen innerhalb größerer Kreise eingebettet wurden, so dass das gesamte Bild ein wenig wie ein Wirbel aussieht. Die Größen der Geoglyphen sind sehr unterschiedlich. In der Regel haben die Kreise nur einen Durchmesser zwischen zwei und vier Metern, doch in ihrer miteinander verwobenen Anordnung können sie auch eine Fläche von insgesamt 800 Quadratmetern erreichen.

 

Die meisten der Geoglyphen entstanden durch das Entfernen der Steine an der Bodenoberfläche, wodurch der darunterliegende hellere Sandboden zum Vorschein kommt und das Muster erst sichtbar macht. Auf diese Weise erzeugte Geoglyphen nennt man auch »Scharrbilder«. Neben einiger solcher Kreise befinden sich auch kleine sogenannte »Cairns«, das sind künstlich angelegte Hügel aus Bruchsteinen oder Geröll.

 

Die Wissenschaftler datieren viele dieser Geoglyphen in die Späte Zwischenperiode (etwa 1050 n. Chr. bis um 1400 n. Chr.). Während dieser Zeit befand sich in Quilcapampa eine 70 Hektar große Siedlung, die ein wichtiger Drehangelpunkt für den Handel war und ihre Blütezeit erlebte. Warum aber Kreise für die Einwohner von Quilcapampa eine so große Bedeutung hatten, dass sie sie so häufig in Geoglyphen verewigten, ist den Archäologen ein Rätsel. Und da es zu jener Zeit in Peru noch keine Schrift gab, finden sich auch keine diesbezüglichen Überlieferungen, die eine Erklärung bieten könnten.

 

 

© Fernando Calvo, Fotos: Justin Jennings

Einige Kreis-Geoglyphen mit den angrenzenden »Cairns«
Einige Kreis-Geoglyphen mit den angrenzenden »Cairns«

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