17.10.2018

Anormales Sonnensystem verblüfft die Astronomen

Astronomen haben in etwa 500 Lichtjahren Entfernung vier gigantische Planeten entdeckt, die einen sehr jungen Stern mit ungewöhnlichen Umlaufbahnen umkreisen.

 

Im Jahr 2016 wurde die Entdeckung eines Planeten um den 500 Lichtjahre von uns entfernten Stern CI Tau im Sternbild Stier bekannt gegeben (siehe hier). Das erstaunte die Astronomen gewaltig, denn der Stern gehört zu den T-Tauri-Sternen und befindet sich eigentlich noch in seiner Entstehungsphase. Bisher ging man eigentlich davon aus, dass solche junge Sterne keine Planeten besitzen dürften, da sie sich noch nicht vollständig aus der planetarischen Scheibe gebildet haben und relativ instabil sind.

 

Dass man beim nur zwei Millionen Jahre alten CI Tau einen Planeten findet, brachte die Astronomen dazu, ihre Planetenentstehungsmodelle zu überdenken. Doch jetzt hat man festgestellt, dass CI Tau nicht nur diesen einen Planeten, sondern scheinbar vier Gasriesen um sich gebildet hat, die ihn mit den außergewöhnlichsten Umlaufbahnen begleiten, die Astronomen je beobachtet haben. Wie die Wissenschaftler in ihrer im Fachjournal The Astrophysical Journal Letters veröffentlichten Studie schreiben, besitzt der größte (und nächstgelegene) Planet, CI Tau b, die elffache Masse des Jupiters und benötigt nur neun Tage für die Umkreisung von CI Tau. Der äußerste Planet, der etwa so groß wie der Saturn ist, weist jedoch eine Umlaufbahn auf, die etwa 1.000 Mal so weit entfernt ist - das ist zehnmal weiter entfernt als Pluto zur Sonne in unserem eigenen Sonnensystem.

 

Die Planeten wurden von einem Astronomenteam mit dem Atacama Large Millimeter Array (ALMA) entdeckt, als sie die protoplanetarische Scheibe des Sterns nach Anzeichen von großen Himmelskörpern absuchten. „Es ist derzeit nicht möglich zu sagen, ob diese extreme planetarische Architektur, die man bei CI Tau beobachten kann, in heißen Jupitersystemen üblich ist, denn die Art und Weise, wie diese Geschwisterplaneten entdeckt wurden - durch ihre Wirkung auf die Protoplanetenscheibe - würde in älteren Systemen, die keine Protoplanetenscheibe mehr haben, nicht funktionieren", erklärt die Astronomin Cathie Clarke von der Cambridge University auf Science Alert. „Planetenbildungsmodelle konzentrieren sich darauf, die bereits beobachteten Planetentypen zu erfassen, so müssen neue Entdeckungen nicht zwingend zu den Modellen passen."

 

Möglicherweise führt diese Entdeckung dazu, dass alles was wir über die Planetenbildung wissen, neu überdacht werden muss.

 

 

© Fernando Calvo*, Foto: Amanda Smith, Institute of Astronomy

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