28.05.2019

Anti-Satelliten-Waffen gefährden die Raumfahrt

Seit Indien in 1980 seinen ersten Satelliten ins All beförderte, hat sich das das Land mit gut sieben Raketenstarts jährlich Jahr zu einer etablierten Raumfahrtmacht entwickelt. Aber nicht nur angesichts der hohen Kosten für die Entwicklung und Bau neuer Trägerraketen und Satelliten, während ein Großteil der Bevölkerung hungert, steht diese Politik in der Kritik.

 

Anstatt das Geld zur Problemlösung der bestehenden Wasserknappheit, der unzureichenden Wasserversorgung und der mangelhaften Infrastruktur im Land einzusetzen, setzt es Indien lieber dafür ein, seine Position in der Raumfahrt weiter auszubauen. Erst Ende März hatte Indien in einem 300 Kilometer hohen Erdorbit einen eigenen Satelliten abgeschossen und der indische Premierminister Naremda Modi stolz verkündet, dass es sich um den erfolgreichen Test ihrer Anti-Satelliten-Waffe (ASAT) gehandelt habe.

 

 

Derartige Aktionen zeugen allerdings nicht nur von einem hohen technischen Knowhow, sondern auch von wenig Weitsicht, denn bei solchen Abschüssen entstehen Abertausende von Trümmerteilen, die anschließend in der Erdumlaufbahn verbleiben. Und dieser Weltraumschrott ist aufgrund des Kessler-Effekts eine große Bedrohung für alle raumfahrende Nationen, insbesondere für die Internationale Raumstation (ISS). Der Kessler-Effekt beschreibt eine Kettenreaktion, da die kleinen Objekte des Weltraumschrotts mit den intakten Satelliten kollidieren und sie zerstören können, sodass neue Trümmerteile entstehen, das Spiel von vorne los geht und der Weltraummüll immer mehr zunimmt.

 

Doch nicht nur Indien, auch Russland, die USA und China haben schon in der Vergangenheit ihre Macht im All demonstriert und ebenfalls Satelliten im All abgeschossen, deren Trümmer noch um die Erde kreisen.

 

Doch was sind eigentlich Anti-Satelliten-Waffen?

Anti-Satelliten-Waffen (kurz auch ASAT-Waffen genannt) sind darauf ausgerichtet, im Erdorbit befindliche gegnerische Satelliten zu zerstören oder unschädlich zu machen. Es gibt vier verschiedene Typen:

 

Orbitale Anti-Satelliten-Waffen (»Killersatelliten«)

Diese »Killersatelliten« sind zu autonomen Annäherungsoperationen fähig und können so andere künstliche Trabanten – oder etwa auch anfliegende Gefechtsköpfe von Atomraketen – angreifen, von ihrer Bahn abbringen, stören oder auch zerstören.

 

Anti-Satelliten-Raketen

Anti-Satelliten-Raketen (auch ASAT-Raketen) sind Flugkörper, die auf Satelliten zielen und sie zerstören.

 

Hochleistungs-Laser

Mit Laserwaffen, die am Boden, in der Luft oder im Weltraum stationiert sind, können Satelliten zerstört werden.

 

Funkstörsysteme

Mit diesem elektronischen Kampfmittel kann der Funkverkehr von Kommunikationssatelliten gestört oder blockiert werden. Hierdurch wird zumindest Weltraumschrott vermeidet, da es zu keinem Beschuss kommt.

 

 

© Fernando Calvo*, Foto: ESA

Zigtausende Trümmer umkreisen die Erde.
Zigtausende Trümmer umkreisen die Erde.

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