16.04.2018

Der »Gorilla-Effekt« behindert unsere Suche nach Aliens

Spanische Neuropsychologen behaupten, dass unsere Wissen-schaftler möglicherweise niemals den Kontakt mit außerirdischen Zivilisationen aufnehmen werden können, weil diese Wesen sehr wahrscheinlich Kommunikationsmittel auf Grundlage uns noch völlig fremder physikalischer Prinzipien nutzen und wir zudem noch zu der so genannten »Unaufmerksamkeitsblindheit« neigen.

 

Die detaillierte Erklärung zu ihrer Theorie haben Gabriel de la Torre und Manuel García von der Universidad de Cádiz in Spanien im Fachjournal Acta Astronautica veröffentlicht, in der sie auch die Arbeit der Forscher kritisieren, die am SETI-Projekt (Search for Extraterrestrial Intelligence) beteiligt sind, da sie ihrer Meinung nach niemals Kontakt mit außerirdischen Zivilisationen aufnehmen werden. Denn die SETI-Wissenschaftler würden sich bei ihrer Suche ausschließlich auf Funksignale konzentrieren, doch Außerirdische sehr wahrscheinlich andere Formen der Kommunikation nutzen, einschließlich solcher, die auf physikalische Prinzipien basieren, die uns noch völlig unbekannt sind - deshalb werde die Menschheit ihre Signale nicht erkennen.

 

In ihrer Studie heißt es auch, dass Wissenschaftler zu der so genannten »Unaufmerksamkeitsblindheit« neigen würden. Dieses psychologische Phänomen beschreibt Tatsache, dass ein Mensch ein Objekt in seinem direkten Blickwinkel übersehen kann, weil seine Aufmerksamkeit auf etwas anderes gerichtet ist. Auf SETI bezogen würden sich unsere Wissenschaftler zu sehr auf Funksignale konzentrieren, anstatt auch auf andere Kommunikationsformen zu achten.

 

Die spanischen Forscher bekräftigen Ihren Standpunkt mit einem kognitiven Test, den sie mit 137 Probanden durchgeführt haben. Der Test bestand aus mehreren Phasen: In der ersten Phase wurde ermittelt, ob die Teilnehmer eher zu rationalen oder intuitiven Antworten neigten. Dann zeigte man ihnen Luftaufnahmen von Gebäuden, Häuser und Straßen, die sie von natürlichen Strukturen wie Bergen oder Flüssen  unterscheiden sollten. Einige Fotos enthielten jedoch auch einen Mann in einem Gorillakostüm, der dort völlig fehl am Platz war und eigentlich jedem hätte auffallen müssen.

 

Doch es stellte sich heraus, dass lediglich die Probanden, die zu schnellen und intuitiven Antworten neigten, den Gorillamann häufiger bemerkten als jene, die gut durchdachte und analysierte Antworten gaben. Die Psychologen schließen daraus, dass auch unsere Wissenschaftler wahrscheinlich deshalb verschiedene Beweise für außerirdisches Leben nicht erkennen, obwohl sie direkt vor ihnen stehen und offensichtlich sind - sie würden sich zu sehr auf das Rationale fixieren.

 

Wie der Space Daily schreibt, kritisieren die Spanier aber auch die sogenannte Kardaschew-Skala, mit der Zivilisationen im Weltraum nach ihrem Energieverbrauch klassifiziert werden. Nach der Kardaschew-Skala, die erstmals 1964 vom sowjetischen Astronomen Nikolai Kardaschew erstellt wurde, nutzen Zivilisationen der Klasse I alle Ressourcen ihres eigenen Planeten; Zivilisationen der Klasse II nutzen die gesamte Energie ihres Heimatsterns und Zivilisationen der Klasse III können die Energie und Ressourcen ihrer gesamten Galaxie nutzen. Gabriel de la Torre und Manuel García bieten stattdessen ihre eigene Klassifizierung an, die auf die Fähigkeit einer Zivilisation basiert, wie sie ihre Umwelt verändert.

 

Wir Menschen sind immer noch von den natürlichen Bedingungen auf der Erde abhängig, anfällig für globale Katastrophen und immer noch den Regeln der biologischen Evolution unterworfen. Gleichzeitig sind wir relativ nah dran, Weltraumkolonisten zu werden und die Früchte der Gentechnik und Kernphysik zu nutzen. Deshalb stellen sie die Menschheit zwischen der ersten und der zweiten Stufe ihrer eigenen Skala.

 

Eine Zivilisation vom Typ II sollte die Kontrolle über Quanten- und Gravitationsenergie, Raum-Zeit und die Fähigkeit, Galaxien zu erforschen, haben. Eine Zivilisation vom Typ III würde aus exotischen, unsterblichen Wesen bestehen, die mit der Macht ausgestattet sind, mehrere Dimensionen zu durchqueren und dunkle Energie und Materie zu manipulieren, so ihre Studie.

 

Ihrer Ansicht nach würde die Suche nach Funksignalen daher nur bestenfalls zu einem Kontakt mit Zivilisationen der ersten Stufe ihrer Skala führen.

 

© Fernando Calvo*, Foto: Deuxmille15/Wikimedia

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