11.08.2018

Die Perseiden kommen - Nächte der Sternschnuppen

Nach der Nacht vom 27. auf den 28. Juli mit der längsten totalen Mondfinsternis dieses Jahrhunderts dürfen sich Himmelsgucker an diesem Wochenende auf einen weiteren astronomischen Höhepunkt freuen: Dem alljährlichen Sternschnuppenstrom der Perseiden.

 

Die Perseiden bestehen aus den Auflösungsprodukten des kurzperiodischen Kometen 109P/Swift-Tuttle, der in rund 133 Jahren einmal unsere Sonne umkreist. Da die Meteoroide, die auf die Erde fallen, aus dem Sternbild Perseus zu stammen scheinen, werden sie entsprechend auch »Perseiden« genannt. In den Tagen um den 11. August kreuzen die Perseiden mit bis zu 100.000 Kilometer pro Stunde auch die Umlaufbahn der Erde und deshalb haben wir die Möglichkeit, den sogenannten »Meteorstrom der Perseiden« besonders gut zu sehen, weil die Bahn unseres Planeten dann direkt durch die gewaltige Staubspur hindurchführt, die dieser Komet im All hinterlassen hat. Der Astronom Dr. Felix Lühning von der Archenhold-Sternwarte in Berlin-Treptow veranschaulichte das Geschehen einst folgendermaßen: „Das ist so, wie wenn man mit dem Auto durch Schneegestöber fährt - da scheinen auch alle Flocken aus einem Punkt zu kommen und auf einen zuzufliegen.“

 

Bereits seit dem 17. Juli fliegt der Strom der Perseiden auf die Erde zu und hält bis zum 24. August an. Allerdings wird er in der Nacht vom 12. auf den 13. am deutlichsten zu sehen sein, wenn er seinen Höhepunkt erreicht. Wer also an diesen beiden Tagen den Meteorstrom an der Erde vorbeiziehen sehen will, hat zwischen zwei und vier Uhr morgens am nordöstlichen Sternhimmel die besten Chancen, das Himmelsspektakel zu beobachten. Aber auch die Nächte zuvor und danach sind Sternschnuppen zu sehen – wenn auch nicht so zahlreich.

 

Bei günstigen Wetterverhältnissen könnten bis zu 100 Sternschnuppen in der Stunde zu sehen sein. Ob sie aber tatsächlich selbst bei wolkenlosem Himmel zu sehen sein werden, darf angezweifelt werden, denn neben den Wolken beeinträchtigt auch zunehmend die Lichtverschmutzung vielerorts die Sicht auf Details am Nachthimmel. Rund 60 Prozent der Europäer sind bereits davon betroffen und können von ihrem Standort aus die Milchstraße nicht mehr beobachten. Auch Astronomen bekommen die Auswirkungen der Lichtverschmutzung zu spüren. So hat man an der Archenhold-Sternwarte in den vergangenen drei Jahren zur Zeit der Perseiden nur rund fünf Sternschnuppen pro Stunde entdeckt. Die meisten sind in Berlin schon nicht mehr zu sehen, obwohl theoretisch bis zu 150 möglich gewesen wären. Deshalb sollten auch alle Hobbyastronomen möglichst weit weg von Kunstlicht ihre Himmelsbeobachtungen machen.

 

Übrigens, in einigen Erdteilen können die Menschen zeitgleich noch eine partielle Sonnenfinsternis beobachten. Bei uns ist dieses zusätzliche Himmelsschauspiel aber leider nicht zu sehen, nur über der Arktis und in Teilen Asiens wird sich am Samstag ein Teil unseres Muttergestirns verfinstern.

 

 

© Fernando Calvo*, Foto: Brocken Inaglory/Wikipedia 

Der Radiant (der Punkt am Nachthimmel, von dem aus Meteorschauer ihren Anfang zu nehmen scheinen) liegt im Schnittpunkt der weißen Linien.
Der Radiant (der Punkt am Nachthimmel, von dem aus Meteorschauer ihren Anfang zu nehmen scheinen) liegt im Schnittpunkt der weißen Linien.

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