01.08.2017

Die Perseiden kommen - Nächte voller Sternschnuppen

In diesem Monat tut sich was am Himmel über unserem Planeten. Es erwarten uns eine totale Sonnenfinsternis, eine partielle Mondfinsternis und besonders viele Sternschnuppen.

 

Wer in den nächsten Tagen den alljährlichen Meteorstrom der Perseiden an der Erde vorbeiziehen sehen will, hat zwischen zwei und vier Uhr morgens am südöstlichen Sternhimmel die besten Chancen, das Himmelsspektakel zu beobachten.

 

Die Perseiden bestehen aus den Auflösungsprodukten des kurzperiodischen Kometen 109P/Swift-Tuttle, der in rund 133 Jahren einmal unsere Sonne umkreist. Da die Meteoroiden, die auf die Erde fallen, aus dem Sternbild Perseus zu stammen scheinen, werden sie entsprechend auch »Perseiden« genannt. In den Tagen um den 11. August kreuzen die Perseiden mit bis zu 100.000 Kilometer pro Stunde auch die Umlaufbahn der Erde und deshalb haben wir die Möglichkeit, den sogenannten »Meteorstrom der Perseiden« besonders gut zu sehen, weil die Bahn unseres Planeten dann direkt durch die gewaltigen Staubspur hindurch führt, die dieser Komet im All hinterlassen hat. Der Astronom Dr. Felix Lühning von der Archenhold-Sternwarte in Berlin-Treptow veranschaulichte das Geschehen einst folgendermaßen: „Das ist so, wie wenn man mit dem Auto durch Schneegestöber fährt - da scheinen auch alle Flocken aus einem Punkt zu kommen und auf einen zuzufliegen.“

 

Bei günstigen Wetterverhältnissen könnten bis zu 160 Sternschnuppen in der Stunde zu sehen sein. Ob sie aber tatsächlich selbst bei wolkenlosem Himmel zu sehen sein werden, darf angezweifelt werden, denn neben den Wolken beeinträchtigt auch zunehmend die Lichtverschmutzung vielerorts die Sicht auf Details am Nachthimmel. Rund 60 Prozent der Europäer sind bereits davon betroffen und können von ihrem Standort aus die Milchstraße nicht mehr beobachten. Auch Astronomen bekommen die Auswirkungen der Lichtverschmutzung zu spüren. So hat man an der Archenhold-Sternwarte in den vergangenen drei Jahren zur Zeit der Perseiden nur rund fünf Sternschnuppen pro Stunde entdeckt. Die meisten sind in Berlin schon nicht mehr zu sehen, obwohl theoretisch bis zu 150 möglich gewesen wären. Deshalb sollten auch alle Hobbyastronomen möglichst weit weg von Kunstlicht ihre Himmelsbeobachtungen machen.

Perseiden-Meteor aus dem Jahr 2009. Erkennbar die auffallende, typische Grünfärbung.
Perseiden-Meteor aus dem Jahr 2009. Erkennbar die auffallende, typische Grünfärbung.

Auch die totale Sonnenfinsternis dürfte wohl nicht jeder beobachten können, es sei denn, er lebt in den Vereinigten Staaten. Bei uns in Europa wird sie lediglich bei Sonnenuntergang als partielle Finsternis (etwa 1/1000 der Sonnenscheibe wird vom Mond bedeckt werden) zu sehen sein - und auch nur im in Großbritannien, Norwegen, den Niederlanden, Belgien, Frankreich, Spanien sowie Portugal Uhr. Die nächste totale Sonnenfinsternis, die auch von Deutschland aus beobachtet werden kann, werden wohl die wenigsten von uns noch miterleben, denn sie findet am 3. September 2081 statt.

 

Immerhin bekommen wir Europäer aber noch ein kleines Trostpflaster und dürfen am 7. August 2017 zwischen 17:48 und 22:53 Uhr an einer partiellen Mondfinsternis teilhaben.

  

© Fernando Calvo*, Fotos: Andreas Möller, Cactus26 /Wikipedia  

Verlauf des Kernschattens der Sonnenfinsternis in den USA.
Verlauf des Kernschattens der Sonnenfinsternis in den USA.

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