02.01.2019

Landung auf Rückseite des Mondes für 3. Januar geplant

Die chinesische Sonde Chang'e 4 soll in wenigen Tagen erstmals in der Raumfahrtgeschichte auf der erdabgewandten Seite des Mondes aufsetzen. Wie der chinesische Staatssender CGTN berichtete, hat das Raumschiff am Sonntag seinen Orbit um den Mond entsprechend angepasst. Das Landemanöver soll dem Bericht zufolge am 3. Jänner stattfinden. Als Landeplatz hatten Staatsmedien zuvor den Aitken-Krater genannt, der 1970 nach dem amerikanischen Astronomen Robert Grant Aitken benannt worden war.

 

Ehrgeiziges Raumfahrtprogramm

Bei einem erfolgreichen Verlauf der Mission wäre China die erste Raumfahrtnation, der eine Landung auf der abgewandten Seite des Mondes gelänge. Die Weltpremiere ist Teil von Pekings ehrgeizigem Raumfahrtprogramm. Damit werde „ein neues Kapitel bei der Erkundung des Mondes" aufgeschlagen, schrieb Xinhua nach dem Start der Rakete am 8. Dezember vom Weltraumbahnhof im südwestchinesischen Xichang.

 

Die Sonde soll dort wissenschaftliche Experimente vornehmen und das unberührte Terrain erforschen. Die Raumfahrzeuge des chinesischen Mondprogramms sind nach der Mondgöttin Chang'e aus der chinesischen Mythologie benannt. Chang'e 4 ist die zweite chinesische Mondsonde nach der Mission Yutu (Jade-Hase) von 2013.

 

 

Schwierige Landung

Die Landung dürfte schwierig werden: Während die der Erde zugewandte Seite des Mondes viele flache Stellen zum Landen hat, ist die Rückseite des Erdtrabanten deutlich schroffer und bergiger. 1959 war es der Sowjetunion gelungen, die ersten Bilder der Rückseite aufzunehmen und damit das Geheimnis um die »dunkle Seite des Mondes« zumindest teilweise zu lüften.

 

Die Sonde muss nach ihrer Landung unter harten Bedingungen funktionieren. Während der Mondnacht, die 14 Tagen auf der Erde entspricht, sinken die Temperaturen auf bis zu minus 173 Grad Celsius. Während des Mondtages, der ebenfalls 14 Tage auf der Erde dauert, wird es bis zu 127 Grad warm. Die Instrumente müssen diesen Schwankungen standhalten und während der hellen Zeit genug Energie tanken, um die dunkle Zeit zu überstehen.

 

Bodenproben vom Mond

Yutu war dies gelungen. Nach anfänglichen Problemen untersuchte die Sonde den Mond 31 Monate lang. Der Erfolg der Yutu-Mission hatte dem chinesischen Raumfahrtprogramm einen kräftigen Schub gegeben. Im kommenden Jahr ist der Start einer weiteren Sonde, Chang'e 5, geplant. Sie soll Proben sammeln und zur Erde zurückbringen.

 

China hat weitere ehrgeizige Ziele in der Raumfahrt: Bis 2021 will Peking eine wiederverwertbare Trägerrakete entwickeln, die mehr Fracht transportieren kann als die NASA und das private Raumfahrtunternehmen SpaceX. Außerdem plant China einen Stützpunkt auf dem Mond, eine bemannte Raumstation sowie ein Mars-Fahrzeug.

 

 

Quelle: Der Standard, Foto: CNSA

Der Lander Chang'e 4 hat einen Rover an Bord, der die näher Umgebung untersuchen soll.
Der Lander Chang'e 4 hat einen Rover an Bord, der die näher Umgebung untersuchen soll.

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