14.11.2017

Milliardär finanziert Alien-Suche auf Enceladus

Der russische Unternehmer und Milliardär Juri Borissowitsch Milner will eine Sonde zum Saturnmond Enceladus entsenden, um dort nach Beweisen für außerirdisches Leben zu suchen.

 

Angespornt von den Berichten über einen unterirdischen Ozean aus flüssigem Wasser, der sich unter der Oberfläche des Saturnmondes befinden soll, plant der zu den 50 einflussreichsten Personen der Welt zählende Milner, eine Robotersonde dorthin zu schicken. Wie Russia Today schreibt, will er mit diesem Projekt bereits in den kommenden Jahren beginnen und damit der von der NASA beabsichtigten Enceladus-Mission zuvorkommen.

 

Milner glaubt, dass es unterhalb der Oberfläche vom Mars und Jupitermond Europa außerirdisches Leben geben könnte, doch  Enceladus sei für ihn der vielversprechendste Kandidat für die Suche nach außerirdische Lebensformen in unserem Sonnensystem. Es ist zuversichtlich, dass eine Analyse seiner Wasserfontänen den endgültigen Beweis für Leben unter seiner Oberfläche liefern könnte. „Wir haben um diese Idee herum einen kleinen Workshop gegründet: Können wir eine kostengünstige, privat finanzierte Mission zu Enceladus entwerfen, die relativ schnell gestartet werden und die diese Wolken genauer untersuchen kann, um zu sehen, was dort vor sich geht?“ sagte er kürzlich im Rahmen der Konferenz »A New Space Age« in Seattle.

 

Milners Pläne sind besonders ehrgeizig, nicht nur wegen der Schwierigkeiten, Enceladus zu erreichen und eine Probe einzusammeln, sondern auch, weil er hofft, all dies noch vor der NASA zu erreichen. Er beschrieb das Unterfangen als „die erste privat finanzierte, interplanetare Wissenschaftsmission“.

 

Enceladus ist 1,45 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt, hat eine Oberflächentemperatur von rund Minus 200 Grad Celsius und ist mit seinen 504 Kilometer Durchmesser der sechstgrößte Saturnmond. Die NASA hatte schon in 2005 auf den Cassini-Bildern Wasserfontänen entdeckt, die in regelmäßigen Abständen von seinem Südpol aus ins All gestoßen werden. Sie entstehen durch Gezeitenkräften, die der Saturn mit seiner Schwerkraft bewirkt, indem er das Innere von Enceladus durchknetet und dabei Wärme erzeugt, die in bestimmten Tiefen das Eis zum Schmelzen bringt. So bildete sich offenbar der riesige Ozean unter seiner dicken Eisschicht, der ihn umgibt und der sehr wahrscheinlich zudem alle Bausteine für die Entstehung von Leben enthält.

 

© Fernando Calvo*, Foto: NASA

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