30.08.2019

NASA-Chef erklärt Pluto wieder zum Planeten

Plutos Degradierung zum Zwergplaneten stößt insbesondere in den USA bis heute auf Kritik. Jim Bridenstine »argumentierte« damit, dass er es anders gelernt habe.

 

Das Treffen der Internationalen Astronomischen Union (IAU) 2006 in Prag ging in die Geschichte ein. Dort wurde mittels einer Abstimmung eine neue Definition des Begriffs »Planet« eingeführt. Die unmittelbare Konsequenz: Pluto erfüllt die Planetenkriterien nicht. Also wurde, wie von vielen Astronomen schon lange gefordert, sein Status herabgestuft – seither gilt der ehemals neunte Planet des Sonnensystems als Zwergplanet.

 

Das wollen freilich bis heute nicht alle akzeptieren. Auch wenn sich die Wissenschaft mehrheitlich einig ist, dass Pluto mehr mit großen Asteroiden gemeinsam hat als mit Planeten, sorgt die »Degradierung« insbesondere in den USA bis heute immer wieder für Kritik. Nun auch von recht prominenter Stelle.

Keine Autorität

Vergangene Woche erklärte Jim Bridenstine, Chef der US-Weltraumbehörde NASA, Pluto eigenmächtig (und völlig wirkungslos) wieder zum Planeten. Bei einem Besuch der University of Colorado in Boulder ließ er wissen: „Nur damit Sie es wissen, aus meiner Sicht ist Pluto ein Planet." Zu den anwesenden Journalisten sagte er: „Sie können schreiben, dass der Leiter der NASA Pluto wieder zum Planeten erklärt hat. So habe ich es gelernt, und dabei bleibe ich."

 

Bridenstine kann erklären, was er will – Folgen hat das freilich keine. Den Status eines astronomischen Objekts kann nur die einzig anerkannte Autorität auf diesem Gebiet ändern: die Internationale Astronomische Union. Und diese wissenschaftliche Vereinigung wird sich von Ansagen à la „So habe ich es gelernt, so ist es immer gewesen", wie der NASA-Chef sie nun vorbrachte, wohl kaum beeindrucken lassen.

 

Degradiert aus guten Gründen

Auch wenn der »Verlust« eines Planeten im Sonnensystem emotional schmerzhaft sein mag, für Plutos Herabstufung gibt es gute Gründe. Er ist nicht nur kleiner als die anderen Planeten und hat eine weitaus exzentrischere Umlaufbahn, die eher der eines Asteroiden ähnelt. Seit den 1990er-Jahren ist auch klar, dass er von genau solchen Objekten umgeben ist: Er befindet sich mitten im Kuipergürtel, wo es vor diversen Brocken nur so wimmelt.

 

Dort ist er zwar unter den bekannten Objekten das größte und das zweitmassereichste, seine Umlaufbahn hat der 1930 entdeckte Pluto aber nicht weitgehend von kosmischem Material freigeräumt, was ihn nach IAU-Definition ebenfalls als Planeten disqualifiziert. Wissenschaftlich weniger interessant wurde Pluto durch die Klassifizierung als Zwergplanet natürlich nicht, bislang war das eigentlich auch bei der NASA keine Befürchtung. Zuletzt flog ihre Raumsonde New Horizons 2015 an Pluto vorbei und schickte Daten und atemberaubende Aufnahmen vom ehemaligen neunten Planeten.

 

Quelle: David Rennert für Der Standard

Foto: NASA/JHUAPL/SwR

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