15.02.2019

NASA erklärt Marsrover Opportunity offiziell für »tot«

Die Mission des Marsrovers Opportunity ist offiziell beendet, nachdem acht Monate lang erfolglos versucht wurde, den Rover zu kontaktieren. Der Funkkontakt war am 10. Juni 2018 abgerissen, als ein globaler Staubsturm den Mars verhüllte.

 

Am Abend des 13. Februar 2019 gab die US-Raumfahrtbehörde NASA bekannt, dass sie die Mission des Marsrovers Opportunity offiziell für beendet erklärt. Vorangegangen waren acht Monate intensiver Versuche, den im Januar 2004 auf dem Roten Planeten gelandeten Rover per Funk zu kontaktieren. Die letzten Funksignale von Opportunity waren am 10. Juni 2018 aufgefangen worden. Zu dieser Zeit hatte ein globaler Staubsturm annähernd den ganzen Planeten verhüllt, so dass kein Sonnenlicht für die Solarzellen des Rovers zur Verfügung stand.

 


 

Opportunity ist eine rein solarbetriebene Raumsonde, weshalb sie nach der Erschöpfung ihrer Speicherbatterien komplett stromlos war. Dadurch kühlte sie in der Dunkelheit auf dem Roten Planeten völlig aus mit der Folge, dass ihre Elektronik beschädigt wurde. Bei Temperaturen von unter minus 80 Grad Celsius kommt es zu erheblichen mechanischen Spannungen, wenn sich beispielsweise die Leiterplatten zusammenziehen. Dann kann es zu Platinenbrüchen oder dem Abreißen von elektronischen Bauteilen kommen, die das Ende für ein solch hochkomplexes System bedeuten.

 

Aber die Bilanz von Opportunity ist absolut beeindruckend. Was als eine Mission mit einer Dauer von 100 Marstagen und einer Fahrstrecke von 1000 Metern begann, sollte sich zu einem wahren Forschungsmarathon entwickeln: Statt 100 Marstagen war Opportunity mehr als 14 Jahre auf dem Mars aktiv, eine rund 60-fache Übererfüllung ihres Plansolls und damit die langlebigste Mission auf einer Planetenoberfläche überhaupt. Die Sonde legte 45,2 Kilometer auf der Oberfläche zurück und konnte eine Vielzahl von Daten sammeln. Zu den wichtigsten gehören der Nachweis von kleinen Kugeln aus dem Eisenoxid Hämatit, die sich offenbar mit flüssigem Wasser im Gestein gebildet haben, und der Nachweis, dass dieses Wasser offenbar nur wenig salzig war.

Zur Feier seines elften Jahrestages »hisste« Opportunity die US-Fahne und schoss ein Panoramabild von Cape Tribulation, dem höchsten Punkt, den der NASA-Rover bis dahin auf dem Mars erreicht hatte. Ursprünglich hatten die beteiligten Ingenieure und Wissenschaftler eine Betriebszeit von drei Monaten veranschlagt. Doch seit dem hat das kleine Gefährt eine Menge erreicht: Kein anderes Fahrzeug hat bislang rollend eine weitere Strecke außerhalb der Erde zurückgelegt als Opportunity, von dem gerne auch mit seinem Kosenamen Oppi gesprochen wird. Mehr als 42 Kilometer stehen auf seinem Tacho, die er von seinem Landeort zum Endeavour-Krater gefahren ist.

 

Den westlichen Kraterrand erforscht der Rover seit 2011; 2013 begann er den 135 Meter hohen Aufstieg zum Cape Tribulation. Die US-Flagge befindet sich auf dem Kabelschutz aus Aluminium seines Gesteinsabriebwerkzeugs, mit dem der Rover frisches, unverwittertes Gestein freilegen soll. Das Aluminium stammt aus den Ruinen des World Trade Center. Man barg es, als das Gebäude nach den terroristischen Attacken 2001 einstürzte – zur gleichen Zeit entwickelten Techniker in unmittelbarer Nähe zum Anschlagsort das Gerät.

 

In den gut 14 Jahren in der Region Meridiani Planum übermittelte Opportunity mehr als 217.000 Fotos von der Marsoberfläche, darunter 15 farbige Vollpanoramen der Marslandschaften. 52-mal analysierte der Rover die Gesteine im Landegebiet und untersuchte sie zusätzlich mit einer Mikroskopkamera und einem Spektrometer. Seit dem Jahr 2012 hat Opportunity einen Nachfolger, den Marsrover Curiosity. Er baut auf vielen mit Opportunity und ihrer identischen Schwestersonde Spirit gewonnenen Erkenntnissen auf und führt die bahnbrechenden Arbeiten seiner beiden Vorgänger im Marskrater Gale fort. Und für das Jahr 2020 sind weitere Marsbesucher angekündigt, denn sowohl die NASA als auch die ESA bringen je einen neuen Rover auf den Weg.

 

 

Quelle: Tilmann Althaus für Spektrum der Wissenschaft

Foto: NASA

 

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