14.12.2016

NASA unterstützt Hawking’s Nano-Raumschiff-Projekt

Im April dieses Jahres verkündete der britische Astrophysiker Stephen Hawking, dass er gemeinsam mit dem russischen Milliardär Yuri Milner das Projekt »Breakthrough Starshot« ins Leben gerufen habe (wir berichteten). Ziel sei es, Tausende von Nano-Raumschiffe in die Erdumlaufbahn auszusetzen, wo sie von der Erde aus mit einem auf sie gerichteten starken Laserstrahl einen kräftigen Schub erhalten, der sie mit bis zu 20 Prozent der Lichtgeschwindigkeit auf ihren Billionen von Kilometern langen Weg ins All befördert.

 

Mit Hilfe eines internationalen Team von Wissenschaftlern, Inge- nieuren und Astronauten an seiner Seite, will Hawking gemein- sam neue Technologien entwickeln, um diese superleichte Raumfahrzeuge von der Größe eines Mikrochips zu bauen, die mit Sonnensegeln ausgestattet werden. Tausende dieser Nano-Raumschiffe sollen dann ihren Weg ins Universum starten und beispielsweise in dem 4,34 Lichtjahre entfernten Doppel-sternsystem Alpha Centauri nach Spuren außerirdischen Lebens Ausschau halten und Bilder zur Erde zu senden. Die Reisezeit dorthin könnte auf diese Weise auf nur 20 Jahre verkürzt werden, anstatt 30.000 Jahre mit der konventionellen, gegenwärtigen Technik. Für das Projekt werden 100 Millionen US-Dollar bereitgestellt und nach eigenen Angaben hätte man damals auch schon bereits Kontakt mit der amerikanischen Weltraumbehörde NASA aufgenommen, um von ihnen ihre wertvolle auf Erfahrung gestützte Hilfe zu erhalten.

 

Nun beteiligt sich die NASA tatsächlich an dem Projekt und unterstützt Hawking‘s Team dabei, das Problem zu lösen, wie man diese Mini-Sonden am besten durch das All befördert, ohne dass sie zu stark der hochenergetischen Strahlung des tiefen Raums ausgesetzt werden. Eine Möglichkeit wäre, eine Route zum Zielobjekt zu wählen, bei der man die gefährliche Strahlung umgehen kann. Dies würde die Reise jedoch viel länger gestalten und die Sonden auf lange Sicht dennoch nicht davor schützen können. Die zweite Möglichkeit wäre, eine elektromag-netische Abschirmung in den Sonden zu installieren, doch dies würde ebenfalls problematisch werden, da es sowohl die Größe als auch das Gewicht und die Kosten jedes einzelnen Raum- fahrzeugs erhöhen würde. Eine weitere Lösung wäre, die Sonden mit selbstreparierenden Mikrochips auszustatten - eine Technologie, die es ihnen ermöglicht, sich dauerhaft im Laufe der Zeit selbst zu reparieren, egal wie viel Schaden sie erleiden.

 

Das Projekt befindet sich noch in der frühen Planungsphase und die Nano-Raumschiffe sind noch längst nicht so weit, um auf ihre Erkundungsmissionen entsendet werden zu können. Ent- sprechend sagt Hawking auch: „Die Grenze, der wir uns aktuell gegenüberstehen, ist die große Leere zwischen uns und den Sternen. Aber wir können sie überwinden: Mit Lichtstrahlen, Lichtsegeln und dem leichtesten Raumschiff, das jemals gebaut wurde, können wir innerhalb einer Generation eine Mission nach Alpha Centauri starten."

 

 

© Fernando Calvo, Foto: ESO/L. Calçada/N. Risinger

Künstlerische Darstellung eines möglichen Planeten um Alpha Centauri B
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