04.04.2018

Neue Studie: Venus-Wolken könnten Leben beherbergen

Mit ihren höllischen Oberflächentemperaturen sind die Bedingungen auf der Venus unbestreitbar lebensfeindlich, dennoch halten es einige Wissenschaftler für möglich, dass zumindest in den Wolken des Planeten mikrobielles Leben existieren könnte.

 

Mit einer Oberflächentemperatur zwischen 437 und 497 Grad Celsius und einem 90-mal höheren atmosphärischen Druck als auf der Erde sollte man meinen, dass die Venus wohl kaum ein geeigneter Kandidat sei, um in unserem eigenen Sonnensystem nach extraterrestrischem Leben zu suchen. Doch eine Reihe von rätselhaften, dunklen Streifen, die in der Atmosphäre des Planeten beobachtet wurden, könnte dieses Vorurteil ändern, denn einige Wissenschaftler vermuten, dass sie Hinweise auf Mikroorganismen sein könnten.

 

Dunkle Flecken könnten Hinweise auf Leben sein

Sie wurden schon lange in der Atmosphäre der Venus beobachtet und könnten den Algenblüten hier auf der Erde ähneln, argumentieren die Forscher. „Diese dunklen Flecken sind, seit sie vor fast einem Jahrhundert erstmals von bodengebundenen Teleskopen beobachtet wurden, ein Rätsel", sagte Sanjay Limaye von der University of Wisconsin auf EarthSky.org. Limaye leitete eine neue Studie, die am 30. März 2018 im Fachjournal Astrobiology veröffentlicht wurde und die Möglichkeit von Leben in den Venus-Wolken untersucht hat.

 

Es wird argumentiert, dass die wolkige, reflektierende und stark saure Atmosphäre der Venus ein geeigneter Ort sein könnte, um nach außerirdischen Mikroben zu suchen, denn diese derartigen dunklen Bereiche könnten durch Mikroorganismen hervorgerufen werden, die das ultraviolette Licht absorbieren. Man verweist auf Mikroben, die in der Atmosphäre unseres eigenen Planeten entdeckt wurden sowie auf Lebensformen, von denen bekannt ist, dass sie sogar unter extremsten Bedingungen einiger unterirdischer Höhlen gedeihen. „Von der Erde wissen wir, dass Leben auch unter sehr säurehaltigen Bedingungen gedeihen kann, sich von Kohlendioxid ernähren und Schwefelsäure produzieren kann", erklärt der Biochemiker Rakesh Mogul.

 

Mikroorganismen in Venus-Wolken schon in 2015 vermutet

Bereits Anfang vergangenes Jahres berichteten wir (siehe hier), dass sowohl Russland als auch die USA an einer gemeinsamen Erkundungsmission zur Venus arbeiteten, um die Geheimnisse der Venus zu entschlüsseln und zu untersuchen, ob diese eigentümlichen dunklen Strukturen tatsächlich die ersten Anzeichen dafür sein könnten, dass sie außerirdisches Leben beherbergen. Solche dunkle Bereiche könnten durch Mikroorganismen hervorgerufen werden, die das ultraviolette Licht absorbieren. „Ich kann nicht sagen, dass es in den Venus-Wolken mikrobielles Leben gibt aber das bedeutet nicht, dass es nicht da ist. Der einzige Weg es zu erfahren ist, dorthin zu gehen und die Atmosphäre zu untersuchen", sagte damals der Atmosphärenwissenschaftler Sanjay Limaye von der University of Wisconsin.

 

Diese Mission könnte im Rahmen der russischen »Venera-D-Mission« durchgeführt (wir berichteten) werden. Venera D (Venera ist russisch für Venus) ist eine von Roskosmos geplante Sonde, die aus einem Orbiter und einem Lander besteht und bis zum Jahr 2025 zur Venus starten soll. Geplant war, dass der Lander die Atmosphäre des Planeten untersucht, nach vulkanischen Aktivitäten sucht, die Oberfläche fotografiert und mehrere Stunden auf der Venusoberfläche überstehen kann.

 

© Fernando Calvo*, Foto: ESA/MPS/DLR/IDA

Was bedeuten die dunklen Streifen in den Wolken der Venus? Ein Falschfarbenbild der Venuswolken, aufgenommen im Jahr 2011 von der Raumsonde Venus Express aus einer Entfernung von 30.000 km.
Was bedeuten die dunklen Streifen in den Wolken der Venus? Ein Falschfarbenbild der Venuswolken, aufgenommen im Jahr 2011 von der Raumsonde Venus Express aus einer Entfernung von 30.000 km.

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