01.01.2018

Raumfahrt-Projekte die uns in 2018 erwarten

Für das Jahr 2018 sind zahlreiche bemannte und unbemannte Missionen geplant, die sowohl Kurzstrecken zur ISS als auch Langzeitflüge zum Mars beinhalten.

 

Den Anfang macht Elon Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX, dass im Januar eine Falcon-Heavy-Rakete, die mit seinem Elektro-Sportwagen beladen wird, in eine elliptische, eine Milliarde Jahre lange Marsumlaufbahn platziert und so in einen Orbitalpfad um die Sonne bringt, der sie allmählich immer mehr dem Mars annähert (wir berichteten).

 

Es folgt der Astronaut Alexander Gerst, der im April zum zweiten Mal die Internationale Raumstation (ISS) besuchen wird. Er wird während seines Aufenthaltes sogar das Kommando über die ISS übernehmen und trägt somit als erster Deutscher die Verantwortung für die Raumstation und die Besatzung.

 

Während sich die bisherigen Missionen zum Roten Planeten hauptsächlich auf die Analyse und Erkundung seiner Oberfläche konzentrierten, soll im Rahmen des Discovery-Programms der NASA die für Mai geplante »InSight«-Mission dessen Kruste, Mantel und Kern genauer untersuchen. Dazu soll ein stationärer Lander auf der Marsoberfläche abgesetzt werden, der unter anderem mit einem Seismometer und einer Wärmeflusssonde ausgerüstet sein wird, um die frühgeologische Entwicklung des Mars zu erforschen und damit die Entstehung der Gesteinsplaneten unseres Sonnensystems (Merkur, Venus, Erde, Mars) sowie unseres Monds besser verstehen zu können.

 

»Hayabusa-2«, eine Sonde der japanischen Raumfahrtorganisation JAXA, wurde am 3. Dezember 2014 gestartet und wird voraussichtlich im Sommer 2018 auf dem Asteroiden Ryugu landen, wo sie Proben entnehmen und gegen Ende 2020 zur Erde zurückkommen wird. Ryugu ist vor allem deshalb für die Wissenschaftler interessant, weil er aus kaum verändertem, 4,5 Milliarden Jahre altem Material besteht und somit aus der Entstehungszeit unseres Sonnensystems stammt.

 

Ebenfalls im Sommer soll die NASA-Raumsonde »Parker-Solar-Probe« zur Sonne aufbrechen und auf ihrem Weg dorthin einige Male die Venus umkreisen. An der Sonne angekommen, wird sie in ihre äußere Atmosphäre eindringen und die Korona untersuchen, um unter anderem folgende Fragen zu beantworten: Wie kann die Korona auf bis zu 5 Millionen Grad aufgeheizt werden, obwohl die sichtbare Sonnenoberfläche nur etwa 5500 °C heiß ist und wie werden die Teilchen des Sonnenwindes beschleunigt? Diese Antworten helfen unsere Wissenschaftler, die Sonnenwinde besser zu verstehen und daraus Rückschlüsse auf ferne Sterne schließen zu können.

 

Am 12. September 2018 soll die US-amerikanische Sonde »OSIRIS REx« nach einer fast zweijährigen Reise den Asteroiden Bennu erreichen. Sie wird dann nach einer 68-tägigen Annäherungsphase in einen etwa 5 km hohen Orbit einschwenken und die Asteroidenoberfläche kartieren. Außerdem soll sie den sogenannten Jarkowski-Effekt messen, das ist der Einfluss der unterschiedlich starken Erwärmung der Asteroidenoberfläche auf den Bahnverlauf des Asteroiden.

 

Im Oktober steht der Merkur im Visier der gemeinsamen BepiColombo-Mission der Europäischen Weltraumorganisation ESA mit der japanischen Raumfahrtorganisation JAXA. Der von unseren Astronomen bislang kaum vor Ort erforschte Planet befindet sich der Sonne derart nah, dass die enorm hohen Temperaturen unseren Sonden schwer zu schaffen machen. Zwei Orbiter werden dennoch die bis 2025 andauernde, lange Reise dorthin wagen und Daten sammeln, die wichtige Informationen über sonnennahe Planeten liefern.

 

Zum Ende des Jahres 2018 wird wieder SpaceX aktiv und will zwei Weltraumtouristen in einem Orbit um den Mond fliegen und das europäische Weltraumteleskop »Cheops« beginnen, bereits bekannte Exoplaneten zu vermessen.

 

Desweiteren könnten noch verschiedene unbemannte Mondmissionen ohne festen Termin in 2018 starten: Chinas »Chang'e 4«, Japans »SELENE-2« sowie Indiens »Chandrayaan-2«. Auch Boeing und Blue Origin planen fürs nächste Jahr bemannte Flüge ins All, für die es keine konkreten Starttermine gibt.

 

Außerdem wird in 2018 der »Transiting Exoplanet Survey Satellite« (TESS) rund 200.000 der hellsten Sterne in unserer Nähe nach vor ihnen vorbeiziehende Exoplaneten absuchen. Die NASA erwartet mit TESS etwa 2.000 neue Planeten außerhalb unseres Sonnensystems zu entdecken.

 

© Fernando Calvo*, Foto: NASA

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