25.02.2019

Schrottharpune erfolgreich im Erdorbit getestet

Eine Raumsonde hat erfolgreich demonstriert, wie eine Harpune zur Beseitigung von Weltraumschrott in der Erdumlaufbahn eingesetzt werden kann.

 

Man schätzt, dass sich zur Zeit über 600.000 künstliche Objekte mit einem Durchmesser von mehr als einem Zentimeter und einem Gesamtgewicht von 700.000 Tonnen in Umlaufbahnen um die Erde befinden – und ständig kommen neue Trümmer hinzu. Und ... die Zahl steigt kontinuierlich! Auf der Webseite Stuff in Space (Deutsch: Kram im Weltraum) kann man in Echtzeit und tagesaktuell einsehen, wie viele künstliche Objekte mit einer Größe über 10 Zentimeter sich aktuell in der Erdumlaufbahn befinden und wo ihre exakte Position ist - natürlich mit Ausnahme streng geheimer Militärsatelliten. Die Daten stammen von dem Orbital Debris Program Office der NASA.

 

 

Diese Gegenstände sind hauptsächlich ausgediente Satelliten, verbrauchte Raketenstufen, Schrauben, Bolzen sowie andere künstliche Objekte und immer wieder warnen Wissenschaftler vor der Gefahr, die von diesem Weltraumschrott ausgeht. Sie weisen darauf hin, dass selbst die allerkleinsten Teilchen zur großen Gefahr werden und sich genauso zerstörerisch erweisen könnten, wie die großen Stücke. Denn wenn auch einige Trümmerteile nur so groß wie ein Reiskorn sind, entfalten sie durch die aufkommenden Geschwindigkeiten enorme kinetische Energien, die beim Zusammenstoß mit einem Satelliten oder Raumfahrzeug katastrophale Folgen hätten. Und auch die Internationale Raumstation »ISS« musste schon bereits einige Male Ausweichmanöver fliegen, weil ihr die Trümmer gefährlich nahe kamen. Im März 2012 hatte die Besatzung jedoch keine Zeit mehr dazu, da die Vorwarnzeit zu knapp ausgefallen war. Ihr blieb nur noch die Flucht in eine angedockte Raumkapsel, um dort Schutz zu suchen und zu beten.

 

Die Raumsonde mit dem Namen »RemoveDEBRIS« (deutsch: Beseitige Müll) ist Teil eines laufenden europäischen Forschungsprojekts, das unterschiedliche praktische Lösungen für dieses Problem des stetig anwachsenden Weltraumschrotts untersuchen soll. Die Sonde wurde bereits im Oktober 2018 zur Internationalen Raumstation befördert, bevor sie nun im Weltraum eingesetzt wurde. Bei ihrem Test feuerte sie ihre Harpune mit einer Geschwindigkeit von 20 Metern pro Sekunde auf ein im Erdorbit stationiertes und ausgedientes Solarmodul. Laut ABC News soll das Manöver trotz der Komplexität des Experiments ein voller Erfolg gewesen sein.

„Dies war RemoveDEBRIS' anspruchsvollstes Experiment und die Tatsache, dass es ein Erfolg war, ist ein Beweis für alle Beteiligten", sagte Professor Guglielmo Aglietti vom Space Center der University of Surrey voller Stolz. Die Harpune war eines von insgesamt vier Experimenten, die im Rahmen des Projekts durchgeführt werden; das vorherige Experiment beinhaltete den Einsatz eines speziellen Netzes, das zum Auffangen der Trümmer dient. Im letzten Experiment soll die Sonde im März kontrolliert in der Erdatmosphäre verglühen, so dass es nicht selbst zu Weltraumschutt wird und unseren Planeten umkreist.

 

 

© Fernando Calvo*, Foto: via YouTube

 

VIDEO:

(Simulation der Weltraumharpune im Einsatz)

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