11.12.2018

SETI empfängt keine Alien-Signale von 'Oumuamua

Ein im Oktober 2017 entdecktes Objekt weist ein derart ungewöhnliches Verhalten auf, dass Astronomen weltweit seitdem kontrovers darüber diskutieren, ob es sich um einen Asteroiden handelt, der aus dem interstellaren Raum stammt und in unser Sonnensystem eingedrungen ist oder um eine künstliche, außerirdische Struktur.

 

Dieses rätselhafte Objekt mit der astronomischen Bezeichnung »1I/2017 U1« wurde auf den Spitznamen »'Oumuamua« getauft und es schien sich zunächst um den ersten nachgewiesenen Asteroiden zu handeln, der von außerhalb unseres Sonnensystems stammt. Die Beobachtungen mit dem Very Large Telescope (VLT) der ESO in Chile sowie anderen Observatorien deuteten an, dass das ungewöhnliche Objekt offenbar aus der ungefähren Richtung des Sterns Vega im nördlichen Sternbild Leier (lat. Lyra) kam und Hunderte Millionen von Jahren durch das All zurückgelegt hat, bis es schließlich in unser Sonnensystem eintrat.

 

'Oumuamua ist mindestens 400 Meter lang, dreht sich alle 7,3 Stunden um seine eigene Achse und durchquert mit einer Geschwindigkeit von rund 38.000 km/s unser Sonnensystem. Er ist für einen aufweist und aus Metall oder Felsgestein zu bestehen scheint. Dass man es mit einen Kometen zu tun hat, schließen die meisten Wissenschaftler aus, dazu fehlt ihm der Schweif aus Gas, der durch die Verdampfung von Eis entstehen würde.

 


 

Da also ein Komet ausgeschlossen werden konnte und kein vergleichbarer Asteroid aus unserem eigenen Sonnensystem bekannt ist, der auf natürliche Weise eine solche anomale Form bildete, wurde spekuliert, dass es sich möglicherweise um ein künstliches, außerirdisches Objekt handeln könnte. Zumal eine im Juli 2018 veröffentlichten Studie eines Forscherteams um Marco Micheli vom Observatorium in Rom ergab, dass 'Oumuamua außer von der Schwerkraft der Sonne offenbar auch noch von einer zusätzlichen, rätselhaften Kraft angeschoben wird.

 

Bereits im letzten Jahr hatte SETI (Search for Extraterrestrial Intelligence) das Allen Telescope Array in Nordkalifornien auf 'Oumuamua gerichtet und zwischen dem 23. November und 5. Dezember nach möglichen außerirdischen Signalen gehorcht, die von ihm ausgesendet werden - ohne Erfolg.

 

Nun sollte neues SETI-Projekt mit der »Breakthrough Listen«-Initiative des russischen Milliardärs Juri Milner eine neue Suche nach extraterrestrischen Funksignalen starten, die möglicherweise von 'Oumuamua ausgingen. Also wurde das Robert C. Byrd Green-Bank-Teleskop (GBT) in West Virginia auf ihn gerichtet und gelauscht, ob intelligent anmutende Signaturen in den empfangenen Wellen identifiziert werden können. Doch wie Space.com berichtet, hat auch diese Suche keine Anzeichen dafür finden können, dass es sich bei dem rätselhaften Himmelskörper um ein künstliches Objekt außerirdischer Intelligenzen handelt.

 

Dennoch bleibt 'Oumuamua aus heutiger Sicht weiterhin äußerst rätselhaft und die Möglichkeit bleibt bestehen, dass wir es mit weit mehr als nur einem ungewöhnlichen Himmelskörper zu tun haben.

 

 

© Fernando Calvo*, Foto: ESO/M. Kornmesser

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