04.10.2019

Sollten wir den Mars kontrolliert »infizieren«?

Eine neue Studie von Wissenschaftlern der Nova Southeastern University in Florida sowie der Federal University of Rio de Janeiro kommt zu dem Schluss, dass wir im Grunde keine andere Wahl haben, als den Roten Planeten mit irdischen Mikroorganismen zu »infizieren«, um ihn in Zukunft kolonisieren zu können.

 

Bislang musste jede Raumfahrtmission einen sorgfältigen Sterilisationsprozess durchlaufen, um zu verhindern, dass irdische biologische Verunreinigungen auf andere Himmelskörper übertragen werden. Aber was wäre, wenn die Verbreitung irdischer Mikroorganismen nicht nur unvermeidbar, sondern unumgänglich wäre?


In ihrer im Fachjournal FEMS Microbiology Ecology veröffentlichten Studie argumentieren die Wissenschaftler, dass es - falls die Menschheit tatsächlich den Plan umsetzen will, den Mars zu kolonisieren - dringend notwendig sein wird, zumindest jene irdische Mikroorganismen dort auszusetzen, die unsere Spezies zum Überleben benötigt. Aber nicht nur aus diesem Aspekt heraus, es könnte auch vorteilhaft sein, solche Mikroben bewusst freizusetzen, um den Terraforming-Prozess des Planeten anzukurbeln und ihn letztendlich für den Menschen lebensfreundlicher zu gestalten.

 

„Die Verbreitung von Mikroben sollte nicht als zufällig, sondern unvermeidlich angesehen werden", werden die Studienautoren auf Science Alert zitiert. „Wir gehen davon aus, dass es fast unmöglich ist, neue Planeten zu erforschen, ohne dabei mikrobielle Passagiere mitzuschleppen und/oder einzuführen."

 

Es ist in der Tat wahr, dass auch das Leben auf der Erde auf diese Mikroorganismen angewiesen ist, um es in unserem Sinne lebensfreundlich zu gestalten. „Das Leben, wie wir es kennen, kann nicht ohne nützliche Mikroorganismen existieren", erklärt Studien-Koautor Prof. Jose Lopez, Professor von der Nova Southeastern University. „Um auf einem kargen (und soweit uns alle bisherigen Reisen sagen) sterilen Planeten zu überleben zu können, müssen wir nützliche Mikroben mitnehmen."

 

Vielleicht müssen wir uns tatsächlich damit abfinden, dass eine völlige Sterilität der Umgebung mehr oder weniger unvorteilhaft ist, wenn wir einen fremden Planeten besiedeln wollen. Allerdings sollte man mit der »Infizierung« des Mars mit irdischen Mikroorganismen lieber warten, bis man die Gewissheit hat, dass er keine eigenen bisher unbekannten Lebensformen verbirgt. Denn es könnte zu unerwünschten genetisch veränderten Organismen führen, die es erst Recht für uns lebensfeindlich machen …

 

© Fernando Calvo*, Foto: NASA, Pat Rawlings

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