04.05.2017

Bestätigen Münzen die Echtheit des Turiner Grabtuchs?

Die langjährige Debatte um das rätselhafte Turiner Grabtuch ist durch einen französischen Numismatiker neu entfacht worden. Er behauptet, das Alter der vermeintlichen Münzen auf dem Leichentuch identifiziert zu haben.

 

In den letzten vierzig Jahren haben sich zahlreiche Forscher mit dem rätselhaften Turiner Grabtuch beschäftigt und zuletzt insbesondere mit den seltsamen Abdrücken, die sich auf den Augen des Gesichtes befinden und die nicht mit der menschlichen Anatomie übereinstimmen. Einige Forscher waren der Ansicht, dass es sich um die Abdrücke römischer Münzen handeln könnte, wie es in der hellenistischen Zeit Brauch war, doch das fand nicht bei allen Kollegen Zustimmung.

 

Scan datiert das Leinentuch auf die Zeit Christi

Der Psychiater und Sindonologe Alan Whanger hatte das Grabtuch einer speziellen Analyse namens Polarized Image Overlay Technique (PIOT) unterzogen und kam zu der Schlussfolgerung, dass es sich bei dem Turiner Grabtuch um ein echtes Artefakt aus der Zeit des ersten Jahrhunderts handelt und es einen gekreuzigten, erwachsenen Mann zeige. Die Radiokohlenstoff-Analyse, die das Leinentuch auf das 14. Jahrhundert datierte, sei durch äußere Faktoren verfälscht worden, die sich über die Jahrhunderte durch Pilze, Kerzenrauch und der starken Hitze eines Feuers im Jahre 1532 an dem Stoff angesammelt hatten. Es gab keinerlei Farbspuren auf dem Leinen oder irgendwelche Hinweise, die es als Fälschung entlarven könnten.

 

Er konnte auch auf einem Auge eine römische Bronzemünze identifizieren, wie sie in den Jahren 29 und 30 in Jerusalem unter Pontius Pilatus geprägt wurden. Da die Münzen nicht mit bloßem Auge zu erkennen waren, nutze griff Whanger auf eine von ihm selbst entwickelte Technik zurück, in der das Bild der vermeintlichen Münze zum Vergleich mit Vorlagen zur Überein-stimmung gebracht wird.

 

Numestiker bestätigt römische Münze auf Turiner Grabtuch

Der französische Münz-Experte Agostino Sferrazza berichtete in einem Interview mit RCF Liège, dass sich auch seine Ergebnisse mit denen von Alan Whanger decken und ebenfalls das Alter des Grabtuches in die Zeit Christus datieren. Er habe die Aufnahmen des Informatikers Professor Nello Balossino von der Turiner Universität untersucht, die deutlich eine Münze auf dem rechten Auge erkennen lassen. Dabei habe er bislang unbemerkt gebliebene Details an den Abdrücken der Münzen entdeckt, nämlich ein Opferpokal, religiöse Objekte sowie die Buchstaben »Y K A I«, was vermutlich die verbliebenen Reste der einstigen griechischen Worte »TIBERIOY KAICAPOC« sind und für Tiberius Caesar (Kaiser Tiberius) stehen. Sferrazza sagt, dass dies die typische, zeitgenössische griechische Schreib- weise für den römischen Kaiser Tiberius sei, der von 14 n. Chr. bis 37 n. Chr. regierte und dass die Symbole auch mit der Währung dieser Zeit in Übereinstimmung stehen. Entsprechend müssten die Münzen und damit letztendlich auch das Grabtuch selbst aus der Zeit stammen, als Jesus gekreuzigt wurde.

 

 

© Fernando Calvo*, Foto: Giuseppe Enrie/Wikipedia

 

VIDEO:

(Dr. Alan Whanger's Scan-Technik)

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