05.03.2018

Historikerin: So könnte Jesus ausgesehen haben

Über das Aussehen des biblischen Jesus gibt es viele Meinungen und Studien, nun hat eine britische Historikerin vom King's College in London eine neue Theorie beigetragen.

 

Die Professorin Joan Taylor kommt nach der Analyse der Knochenfunde von Männern aus Judäa zu dem Schluss, dass der historische Jesus die damalige durchschnittliche Größe von etwa 1,70 m gehabt haben müsste. Wie Live Science schreibt, hat die Historikerin in ihrem neuen Buch »What Did Jesus Look Like?« (deutsch: Wie sah Jesus aus?) archäologische Überreste, historische Texte sowie ägyptische Darstellungen von Menschen für ihre Studie als Basis genommen, um sein Aussehen zu rekonstruieren. Demnach müsste er wie die übrige Bevölkerung von Judäa und Ägypten braune Augen, schwarze Haare und olivbraune Haut aufgewiesen haben. Denn es gab enge Beziehungen zwischen Judäa und Menschen aus Europa (die möglicherweise eine hellere Haut hatten) sowie dem Sudan und Äthiopien (die eine dunklere Haut besaßen). Da die Juden in Judäa und Ägypten zu jener Zeit dazu neigten, untereinander zu heiraten, sahen Jesus‘ Haut, Augen und Haare wahrscheinlich aus wie die der Mehrheit der Menschen in Judäa und Ägypten, vermutet Taylor. Zudem besagen alte Texte, dass die Juden in Ägypten zu Jesus‘ Zeiten physisch nicht von der übrigen ägyptischen Bevölkerung zu unterscheiden gewesen wären.

 

Wie Jesus tatsächlich ausgesehen haben mag, wird sicherlich unter Historikern weiterhin kontrovers diskutiert werden. Tatsache ist nämlich, dass Jesus zwar eine der meist abgebildeten Persönlichkeiten in der westlichen Kultur ist, es aber keine einzige verlässliche Quelle gibt, die sein Aussehen beschreibt - auch nicht die Bibel. Dass er diese typischen langen Haare und weiße Gewänder trug, wurde erst von den Künstlern im sechsten Jahrhundert nach Christus postuliert.

 

 So will der britische Historiker Ralph Ellis auf einer Münze aus dem 1. Jahrhundert nach Christus die erste und einzige richtige Abbildung von Jesus identifiziert haben (wir berichteten). Es handelt sich um eine 24 mm große Münze, von der die Wissenschaftler ausgehen, dass sie König Ma‘nu VIII. von Osrhoene (Edessa) abbildet, der von 139 bis 163 n. Chr. im Gebiet der heutigen südöstlichen Türkei regierte. Ellis ist da anderer Meinung und entgegnet, dass die Münze älter sei und in Wirklichkeit König Ma‘nu VI. zeige, der rund 70 Jahre früher regiert habe und mit Jesus Christus gleichzusetzen wäre. Für ihn sind Ma‘nu VI. und der biblische Jesus Christus ein und dieselbe Person gewesen.

 

Andere Forscher glauben hingegen, die bislang älteste Darstellung von Jesus im südspanischen Andalusien entdeckt zu haben. Auf einer Glasplatte aus dem vierten Jahrhundert soll Jesus abgebildet worden sein, der völlig anders aussieht als man es gewohnt ist. Er trägt kurzes Haar, ist glatt rasiert und mit einer Toga bekleidet, wie sie damals von den Philosophen in Rom und Griechenland getragen wurde.

 

Und der Experte für forensische Gesichtsrekonstruktionen, Richard Neave, wollte dieser Sache genauer auf dem Grund gehen und hat sogar versucht, das Gesicht von Jesus so realistisch wie nur möglich nachzubilden (wir berichteten). Da ihm jedoch kein Schädel von ihm zur Verfügung stand, besorgte er sich drei andere gut erhaltene Schädel aus der Zeit Jesu, die alle auch aus der Nähe von Jerusalem stammten, der Region, wo Jesus lebte und predigte. Mittels Computertomographie »zerlegte« er die Schädel in Scheiben und erhielt auf diese Weise sämtliche Details über die genaue Aufbaustruktur. Spezielle Computerprogramme verarbeiteten anschließend Unmengen von Informationen über die bekannten Abmessungen der Dicke des Weichgewebes auf Schlüsselbereiche der menschlichen Gesichter. So war es am Ende möglich, die Muskeln und die Haut über einen repräsentativen semitischen, männlichen Schädel zu erstellen.

 

© Fernando Calvo*, Foto: FORVM MMX 

Die Glasplatte aus Andalusien mit der vermeintlich ältesten Jesus-Darstellung.
Die Glasplatte aus Andalusien mit der vermeintlich ältesten Jesus-Darstellung.

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