12.04.2017

Journalist nimmt »Blutwunder« unter die Lupe

Der australische Journalist Mike Willesee hat Jahrzehnte damit verbracht, sogenannte christliche Wunder zu erforschen. Dabei konnte er einige als Betrug entlarven, während andere tatsächlich rätselhaft und ungelöst blieben.

 

Der 74-Jährige hat ein Viertel seines Lebens damit verbracht, die Geschichten unerklärlicher Wunder um Jesus Christus zu untersuchen, um zu beweisen, dass Gott wirklich existiert. Eigentlich war Willesee ein großer Skeptiker, der sich erst zum gläubigen Katholiken wandelte, als er als junger, mutiger politischer Reporter in den 1960er-Jahren beim US-Fernsehnetz- werk ABC Karriere machte. Doch in den letzten 20 Jahren hat er sich aus der Öffentlichkeit zurückgezogen und verbringt seine Zeit nur noch damit, bizarre Geschichten über »spirituelle Begegnungen« aus Südamerika zu erforschen.

 

Für eine Episode von Channel Seven's Sunday Night nahm Willesee einige der am meisten diskutierten und polarisierenden sogenannten »Wunder der katholischen Kirche« unter die Lupe. Er begann mit dem »Eucharistischen Wunder von Buenos Aires«, das sich zwischen 1992 und 1996 zugetragen haben soll. In mehreren Fällen sollen sich dort in der Pfarrkirche Santa Maria in der Altstadt von Buenos Aires verschiedene Hostien in Blut und Fleisch verwandelt haben. Anschließende Untersuchun- gen ergaben, dass es sich bei der roten Flüssigkeit tatsächlich um menschliches Blut und bei dem Fleisch um menschliches Gewebe handelte - allerdings um Zellen, die noch aktiv waren und einem noch lebenden Männerherzen entnommen worden sein mussten. Das machte die Sache noch mysteriöser, denn die Probe war neun Jahre alt und weiße Blutkörperchen zerfallen in einem toten Organismus bereits innerhalb von 15 Minuten, die dürften längst nicht mehr leben. Selbst über 20 Jahre später beharrten die von Willesee befragten Geistlichen jedoch auf den Wahrheitsgehalt dieser Geschichte und verweisen darauf, dass die Laboranalysen von unabhängigen Instituten durchgeführt wurden, die nicht vorher informiert wurden, woher die Proben stammten.

 

In Bolivien untersuchte Willesee den Fall einer Jesus-Gipsstatue, die jetzt in der Kirche von Cochabamba steht und angeblich seit 1995 Tränen aus Blut weinen soll. Videoaufnahmen scheinen zu bestätigen, dass tatsächlich Bluttränen aus der Statue fließen und die Gläubigen berufen sich auf (unbestätigte) Berichte, dass ein australisches Labor die Tränen als menschliches Blut identifiziert habe. „Trotz meiner persönlichen und beruflichen Skepsis fuhr ich dahin, um zu sehen, ob das nicht doch irgendwie geschehen sein könnte", sagte Willesee. „Ich sah eine Christusstatue mit einem Gesicht, das teilweise von etwas, was scheinbar getrocknetes Blut war, befleckt war. Aber anstatt Bluttränen sah ich, was ich auch zu sehen erwartet hatte, nämlich nichts. Aber die Einheimischen wollen es gesehen haben und sie behaupteten, dass es wirklich ein Wunder war." Willesee sprach auch mit der ursprünglichen Eigentümerin Sylvia Arebalo, die ihm erzählte, dass sie glaubt, dass die Statue in den letzten 20 Jahren zwischen 800 und 1.000 Tränen geweint haben soll. Ein 3D-Scan ergab, dass die Statue nicht manipuliert wurde und unzählige, weltweit durchgeführte Analysen des getrockneten Blutes kamen alle zu dem gleichen Ergebnis: Es handelte sich zwar eindeutig um menschliches Blut, es konnte aber rätsel-hafterweise keine DNA ausgelesen werden.

 

In seiner Schlussbemerkung resümiert Willesee, dass es trotz 20-jähriger wissenschaftlicher Erforschung keine klaren Antwor- ten auf alle diese christlichen »Wunder« gibt.

 

 

 

© Fernando Calvo*, Foto: Seven

 

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