21.02.2017

Forscher löschen gezielt negative Erinnerungen

Es ist ein medizinischer Durchbruch: Zukünftig könnte unser psychisches Befinden zum Positiven manipuliert werden, denn Wissenschaftler haben offenbar einen Weg gefunden, negative Erinnerungen für immer aus unserem Gedächtnis zu verbannen.

 

Bei der jährlichen Konferenz der American Association for the Advancement of Science (AAAS) in Boston verkündeten kanadische Forscher der Universität Toronto, dass sie herausgefunden hätten, dass obwohl in unserem Gehirn Millionen von Zellen vorhanden sind, letztendlich nur eine Handvoll von ihnen Verbindungen zu negativen Erinnerungen aufweisen würden. Und in ihren bahnbrechenden Experimenten mit Mäusen waren sie sogar in der Lage, jene Gehirnzellen zu lokalisieren, die für die Erinnerungen an Angst oder Bedrohung verantwortlich waren - und sie zu löschen. Es war ihnen möglich, einzelne, spezifische Erinnerungen auszuradieren, während alle übrigen Erinnerungen unversehrt blieben. Als nächster Schritt ist geplant, zu prüfen, wie man diese Methode auch beim Menschen anwenden kann.

 

Prof. Sheena Josselyn leitete die Studie und sagte auf der weltweit größten Konferenz: „Diese Ergebnisse dienen dem Proof-of-Prinzip (Machbarkeitsnachweis) und zeigen, dass Therapien nicht den gesamten Körper oder sogar das gesamte Gehirn beeinflussen müssen. Unsere Ergebnisse weisen darauf hin, dass ein entscheidender Bestandteil der Angst oder einer Erinnerung nur in einem kleinen Teil der Neuronen liegt und dass Behandlungen gezielt auf diese Neuronen gerichtet werden könnten."

 

Erinnerungen befinden sich in verschiedenen Gehirnareale

Das Team um Prof. Josselyn fand heraus, dass sich die Neuronen - die Gehirnzellen -, die mit Angst- oder Bedrohungs-Erinnerungen kodiert sind, in einem ganz bestimmten Teil des Gehirns befinden, während alle anderen Erinnerungen sich auf andere Teile des Gehirns verteilen. Bei ihren Experimenten mit den Labormäusen griffen sie nur jene Zellen chemisch an, deren Fähigkeit, unangenehme Erinnerungen speichern zu können, unterbunden werden sollte. Professor Josselyn: „Die von uns ausgewählten Neuronen waren für diese Erinnerung sehr bedeutend, denn es war ausreichend, nur diesen kleinen Teil der Neuronen genetisch abzutragen, um eine bestimmte Erinnerung so auszuschalten, als wäre sie gelöscht worden."

 

Sollte sich die Methode der kanadischen Wissenschaftler auch beim Menschen bewähren, wären ihre Einsatzmöglichkeiten in der Neurologie und Psychiatrie sehr weitreichend. Denn das Löschen negativer Erinnerungen könnte schließlich dazu beitragen, Opfer von Gewalt oder anderer psychisch traumatisierenden Taten zu behandeln - aber ebenso für Soldaten, die die oft nach Einsätzen mit posttraumatischen Belastungs-störungen (PTSD) zurückkehren. Es gibt aber natürlich auch Kritiker, die ethische Bedenken haben und argumentieren, dass das Löschen von Erinnerungen auch einen wesentlichen Teil der Identität einer Person verändern könnte.

 

 

© Fernando Calvo, Foto: Carla Schaffer/AAAS

Mystery-Magazin

Ausgabe Sept./Oktober 2019

Preis: 8,90 €

(Versandkostenfrei in Europa)

NEXUS-Magazin

Ausgabe August/Sept. 2019

Preis: 8,90 €

(Versandkostenfrei in Europa)

RAUM & ZEIT

Ausgabe  Sept./Oktober 2019

Preis: 9,90 €

(Versandkostenfrei in Europa)

Nostalgieanlage  mit Plattenspieler/CD/Radio/Kassette

Preis: 219,00 €

(Versandkostenfrei in Europa)

Hanf-Öl Tropfen

Preis: 49,99 €

(Versandkostenfrei in Europa)

Terra Mystica

eBook

ca. 232 Seiten mit vielen Abbildungen für 6,99 € inkl. MwSt.

Hier bestellen:

amazon.de