31.10.2019

Forscher warnen: Labor-Gehirne könnten Leid empfinden

Wissenschaftler warnen vor der Gefahr, dass die im Labor künstlich gezüchteten Miniatur-Gehirne möglicherweise ein Bewusstsein entwickeln und leiden könnten.

 

Man stelle sich vor, man bestehe nur aus einem Bündel von künstlich produziertem Hirngewebe in einer Petrischale, unfähig, sich zu bewegen oder zu kommunizieren und dazu verdammt, sein gesamtes »Leben« als Experimentobjekt behandelt zu werden. Sicher, das ist ein schreckliches Szenario wie in einem Horrorfilm, doch es liegt durchaus im Bereich des Möglichen. Aber es gibt Wissenschaftler, die behaupten, das dieser Fall aufgrund der Fortschritte, die es bereits bei der Bildung von Gehirnorganoiden - Gewebe- und Zellklumpen, die von Forschern zur Entwicklung neuer Arten von Medikamenten und zur Erforschung der Funktionsweise des menschlichen Gehirns verwendet werden – erreicht wurden, durchaus eintreten könnte.

Und die Sorge ist nicht unbegründet, wenn man weiß, dass US-Wissenschaftler der University of California in San Diego bereits künstliche Mini-Gehirne gezüchtet haben, das funktionierende neuronale Netzwerke besitzt, die auf dem Niveau eines frühen Entwicklungsstadiums des Menschen liegen. Sie stellten sogar Gehirnaktivität fest, was bedeutet, dass deren Zellen sogar miteinander Informationen austauschen. Wie sie in ihrer im Fachjournal Journal Cell Press veröffentlichten Studie schreiben, verwendeten die Forscher für die Züchtung des künstlichen Gehirns induzierte pluripotente Stammzellen.

 

Wo also ziehen wir die Grenze zwischen einem einfachen wissenschaftlichen Experiment und der Schaffung eines potenziell bewussten Organismus? „Obwohl wir keine Beweise dafür haben, dass diese Mini-Hirne bei Bewusstsein sind, bestätigen die sehr soliden Protokolle, dass diese Organoiden hochentwickelte Aktivitäten erzeugen können. Deshalb glaube ich, dass dies in Zukunft auch möglich sein wird", erklärte der an der Studie beteiligte Prof. Alysson R. Muotri von der University of California im Interview mit Newsweek.

 

Zwar sind die heutigen Organoide noch sehr klein - etwa so groß wie eine Linse - und enthalten nur 2 bis 3 Millionen Zellen, also noch weit entfernt von den vielen Milliarden Zellen im exponentiell größeren menschlichen Gehirn, doch besteht durchaus die Wahrscheinlichkeit, dass in Zukunft größere künstliche Gehirne gezüchtet werden. Auch Hank Greely, Professor für Rechtswissenschaften an der Stanford University, hält es für möglich, dass wir in 10 oder 20 Jahren sehr wohl vor der ethischen Frage stehen könnten, ob derartige künstliche Labor-Gehirne eine Art Bewusstsein entwickelt haben.

 

© Fernando Calvo*, Foto: Pixabay, CC0 Creative Commons

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