23.01.2019

Leben in den Tiefen eines Antarktis-Sees nachgewiesen

Wissenschaftler haben in einem einen Kilometer unter dem Eis verborgenen antarktischen See die Überreste verschiedener Arten von Organismen entdeckt.

 

Die Entdeckung wurde von Forschern des Projekts Subglacial Antarctic Lakes Scientific Access (SALSA) gemacht, die kürzlich den Lake Mercer - einem subglazialen Gewässer in der Antarktis - angebohrt haben (wir berichteten). Der Lake Mercer befindet sich rund 800 Kilometer vom Südpol entfernt, 62 Quadratkilometer groß und liegt seit Ewigkeiten tief an einem Abhang des Transantarktischen Gebirges isoliert. Die Wissenschaftler waren schon vor Beginn der Expedition sehr zuversichtlich, dort sogar möglicherweise auf völlig unbekannte Organismen zu stoßen. Zwar ist der Lake Mercer nicht wie einige andere verborgene Gewässer in der Antarktis vollständig isoliert, dennoch ist er für die Wissenschaft von großer Bedeutung.

 

 

Wie die Medien nun berichten, haben die Analysen ihrer entnommenen Wasserproben ergeben, dass sie erstaunlicher Weise die Überreste von Bärtierchen (Tardigrada), Algen, Kieselalgen und kleinerer Krustentieren enthalten, die anscheinend seit 10.000 bis 12.000 Jahren dort unten abgeschottet im See gelegen haben. Man vermutet, dass sie während der erdgeschichtlichen Wärmeperiode dorthin gelangten, bevor die letzte Eiszeit endete und der Meeresspiegel wieder zu steigen begann. Unklar bleibt aber, wie insbesondere die Landbewohner, also die mikroskopisch kleinen Tardigraden sowie ein bestimmter Pilz, dorthin gelangt sind. Es wird aber spekuliert, dass sie sich von Bakterien im Wasser ernährt haben könnten.

 

Laut dem Projektleiter John Priscu wurden alle Anstrengungen unternommen, eine Kontamination des Sees oder der Proben zu vermeiden, um die Analysen nicht zu verfälschen. Zudem wurde ein unabhängiger Sachverständiger hinzugezogen, der die Ergebnisse überprüft. Im nächsten Schritt sollen die Organismen datiert und ihre DNA sequenziert werden. Noch sind jedoch weitere Untersuchungen erforderlich, um die Ergebnisse des Teams vollständig bestätigen zu können.

 

Diese Entdeckung ergänzt die stetig anwachsende Zahl an Beweisen dafür, dass auch eisige Welten wie Jupitermond Europa oder Saturnmond Enceladus möglicherweise außerirdische Lebensformen in ihren unterirdischen Seen beherbergen könnten.

 

© Fernando Calvo*, Foto: SALSA

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