06.05.2019

200.000 unbekannte Virusarten in den Ozeanen entdeckt

Im Rahmen einer virologischen Volkszählung hat sich herausgestellt, dass es in den Weltmeeren ein Hundertfaches mehr an Virenpopulationen gibt, als bisher angenommen wurde.

 

Trotz der Tatsache, dass die Weltmeere völlig voller Viren sind - Milliarden von ihnen in einem einzigen Liter Meerwasser - konnten bisher bis zu 90% von ihnen nicht von unseren Wissenschaftlern identifiziert werden. Jetzt hat eine von Forschern der Ohio State University im Fachjournal Cell veröffentlichte Studie ergeben, dass sich tatsächlich zwölfmal so viele Viren im Ozean tummeln als bisher angenommen wurde, wobei mindestens 200.000 Populationen von ihnen in Tiefen von bis zu 4.000 Metern unter der Wasseroberfläche zu finden waren.

 

 

Die Forschung der US-Wissenschaftler umfasste die Erstellung einer Karte der Meeresviren, die aus den Proben von 80 Standorten auf der ganzen Welt basiert, die sowohl in den Tropen als auch an den Polen und in der Tiefsee sowie an der Meeresoberfläche entnommen wurden. Dabei wurde jede Virusart in eine von fünf verschiedenen Gruppen eingeteilt.

 

„Als wir in von jeder dieser Virenpopulationen das Erbgut untersuchten, fanden wir Hinweise auf die genetische Anpassung an die verschiedenen Zonen des Ozeans", sagte die Forscherin Ann Gregory der BBC News. Die Menschen müssen jetzt jedoch nicht allzu große Angst haben, wenn sie im Meer baden, denn die überwiegende Mehrheit dieser Viren ist für den Menschen völlig ungefährlich, lediglich Meerestierarten wie Wale, Krebse oder Einzeller (die zirka 60 Prozent der Biomasse in den Ozeanen bilden) könnten sich mit ihnen infizieren.

 

Durch ihre Untersuchung wollen die Wissenschaftler mehr darüber erfahren, wie sich diese Viren auf die Gesundheit und Funktion des Ozeans auswirken und wie sie andere Arten von Meeresmikroben wie Pilze und Bakterien beeinflussen.

 

Da diese 80 Probestellen nur einen kleinen Abschnitt der riesigen Ozeanfläche repräsentieren, rechnen die Wissenschaftler mit weiteren genetischen und geografischen Überraschungen, denn der westliche Indische Ozean und der östliche Pazifik sind nach wie vor praktisch völlig unerforscht.

 

 

© Fernando Calvo*, Foto: Pixabay, CC0 Creative Commons

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