26.07.2018

Amazonas: Der »Letzte seines Volkes«

Niemand kennt seinen Namen oder sein Alter. Ein Video zeigt den wohl letzten Angehörigen eines indigenen Volkes im Amazonas-Regenwald.

 

Er gehört sicher zu den einsamsten Menschen der Erde: der wohl letzte Angehörige eines Volkes, das nie gezielt von der Außenwelt kontaktiert wurde und in Brasiliens Bundesstaat Rondonia lebt(e). Die brasilianische Indigenenbehörde FUNAI veröffentlichte jetzt ein Video des Mannes, dessen Name ebenso wie sein Alter und seine Sprache unbekannt sind. Der Film zeigt den wahrscheinlich etwas mehr als 50-jährigen Mann, während er einen Baum im Wald rodet: Die Bilder stammen schon aus dem Jahr 2011, wurden aber erst 2018 veröffentlicht – sie sollen auf das Schicksal des Mannes und anderer unkontaktierter Völker im südamerikanischen Regenwald aufmerksam machen, die durch Abholzung und Goldsucher in ihrem Überleben bedroht sind.

Die FUNAI überwacht das Schicksal des Indigenen seit 22 Jahren aus der Ferne, da unkontaktierte Völker nicht willentlich von Außenstehenden beeinflusst werden sollen. 1996 hatte sie erstmals von dem Mann erfahren, nachdem lokale Holzfäller von einem einsamen Indio berichtet hatten, der durch die Wälder streift. Er ist wahrscheinlich der letzte Überlebende verschiedener Massaker, die in den 1970er und 1980er Jahren an den Indigenen der Region verübt wurden – Viehzüchter hatten damals Auftragsmörder angeheuert, um den Stamm des Mannes und andere Ethnien zu ermorden, weil sie den Erschließungsplänen der Rancher im Weg standen. In den vergangenen Jahrzehnten nutzte der Mann keine der Gelegenheiten, die ihm die FUNAI bot, um seine Isolation selbst zu beenden.

 

Was man über ihn weiß, beruht auf den Untersuchungen verlassener Lagerplätze. Er pflanzt demnach Mais, Maniok, Bananen sowie Papayas und gräbt tiefe, mit angespitzten Stöcken gespickte Gruben, um Tiere zu fangen. Wenn Menschen von außen sich seinem Lager zu sehr nähern, schießt er zur Warnung einen Pfeil ab – ein Mitarbeiter der FUNAI musste dies bereits schmerzhaft erfahren. Um ihn zu schützen, hat die Behörde ein kleines Reservat eingerichtet, doch Landnutzungskonflikte sind in Rondonia an der Tagesordnung und werden oft mit Gewalt ausgetragen. 2009 wurde der »Letzte seines Volkes« von einem wahrscheinlich bezahlten Pistolenschützen attackiert. Sein Land ist mittlerweile von mehreren Rinderfarmen umgeben, die den Mann überwiegend als Entwicklungshindernis betrachten. Die FUNAI hat das Territorium nach Angaben von »Survival International« in der Zwischenzeit um 3000 Hektar vergrößert, um ihm mehr Platz zum Leben und zum Jagen zu gewähren.

 

 

Quelle: Daniel Lingenhöhl für Spektrum der Wissenschaft

Foto: Acervo/Funai

 

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