14.02.2018

Expedition soll unerforschtes Ökosystem untersuchen

Eine neue Expedition soll das unerforschte Ökosystem untersuchen, das sich unter dem riesigen Eisberg verbarg, der sich vergangenes Jahr von der Antarktis löste.

 

Unter der Leitung des British Antarctic Survey (BAS) wird ein Wissenschaftlerteam nächste Woche die Falklands verlassen, um drei Wochen lang mit der »RRS James Clark Ross« eine bisher unbekannte Region des Meeresbodens zu erkunden, die noch bis vor kurzem unter einem gigantischen Eisberg verborgen lag. Dieser Eisbrocken trägt die Bezeichnung »A68« und geriet vergangenes Jahr in die Schlagzeilen, weil er sich im Zeitraum zwischen dem 10. und 12. Juli vom Bereich C des Larsen-Schelfeises an der Ostküste der Antarktischen Halbinsel abgekalbt (gelöst) hatte. Seitdem treibt der Eisberg mit einer Länge von 175 Kilometern und einer Breite von 50 Kilometern sowie einer geschätzten Masse von etwa einer Billion Tonnen im Meer vor der Westantarktis.

 

Die von A68 freigelegte Meeresregion ist für die Wissenschaft von besonderer Bedeutung, denn dass es einen Wasseraustausch mit dem eisfreien Polarmeer vor dem Eisberg gab, schließen die Forscher weitestgehend aus. Die Unberührtheit und das fehlende Wissen, wie sich solche Lebenswelten im Laufe langer Zeiträume verändern, macht das Meeresgebiet vor dem Larsen-C-Schelfeis so interessant. Entsprechend ist das Ökosystem, das sich unterhalb seiner Eismassen befand, rund 120.000 Jahre lang vom Sonnenlicht abgeschnitten und blieb von der Außenwelt unberührt.

 

Umso dringlicher ist es, dass man es so schnell wie nur möglich erforscht, bevor es sich verändert - was sehr rasch erfolgen könnte. „Die Abkalbung von A68 bietet uns eine einzigartige Gelegenheit, das Leben im Meer zu studieren, da es auf dramatische Umweltveränderungen reagiert", erklärt die Meeresbiologin und Expeditionsleiterin Dr. Katrin Linse auf Sky News. „Es ist wichtig, dass wir schnell dort hingelangen, bevor sich die Unterwasserwelt dort verändert, sobald das Sonnenlicht ins Wasser dringt und sich neue Arten ansiedeln. Wir haben ein Team mit breit gefächerten wissenschaftlichen Kenntnissen zusammengestellt, um in kurzer Zeit so viele Informationen wie möglich zu sammeln. Es ist sehr aufregend."

 

Das Team wird mit Unterwasserkameras und anderen Spezialgeräten fotografieren, was sich auf dem Meeresboden befindet und Proben von Tieren, Mikroben und Plankton sammeln, die dort leben. „Jetzt ist es an der Zeit, grundlegende Fragen zur Nachhaltigkeit der polaren Kontinentalschelfe unter dem Einfluss des Klimawandels zu klären", sagt Professor David Vaughan. „Diesmal müssen wir mutig sein."

 

Tatsächlich drängt die Zeit, denn sobald der antarktische Sommer (etwa September bis März) einsetzt und die Sonne die bisher unberührte Region erreicht, dürfte sich das Ökosystem dort drastisch verändern.

 

© Fernando Calvo*, Foto: Jesse Allen/Nasa 

Der massive Eisberg A68, der sich in der Antarktis vom Larsen-C-Schelfeis gelöst hat.
Der massive Eisberg A68, der sich in der Antarktis vom Larsen-C-Schelfeis gelöst hat.

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