05.07.2018

Giftschlangen machen brasilianische Insel unbewohnbar

Etwa 40 Kilometer von der Küste Brasiliens entfernt liegt eine Insel, auf die sich kein Einheimischer trauen würde. Einer Legende zufolge wurde der letzte Fischer, der sich zu nah an die Insel traute, Tage später blutüberströmt und leblos in seinem Boot aufgefunden.

 

Heimat extrem giftiger Schlangen

Die geheimnisvolle Insel ist unter dem Namen »Ilha da Queimada Grande« bekannt und ihre Wildnis ist tatsächlich so lebensgefährlich, dass Brasiliens Regierung das Betreten der Insel verbietet. Die Gefahr geht vor allem von der Insel-Lanzenotter aus – einer Spezies der Grubenotter und gleichzeitig einer der tödlichsten Schlangen der Welt.

 

Die Lanzenotter kann über 50 Zentimeter lang werden und Schätzungen zufolge befinden sich 2.000 bis 4.000 davon auf der Insel, die auch als Schlangeninsel bekannt ist. Der Biss einer Lanzenotter ist so giftig, dass ein Mensch innerhalb einer Stunde daran sterben kann.

 

Die Schlangeninsel ist unbewohnt, doch bis zum Ende der 20er-Jahre lebten dort für eine kurze Zeit tatsächlich Menschen, bis, laut einer Legende, der Leuchtturmwächter und seine Familie von Schlangen getötet wurden, die sich durch die Fenster gezwängt hatten. Heutzutage wird die Insel regelmäßig von der Marine kontrolliert, um den Leuchtturm zu warten und sicherzustellen, dass keine Abenteurer der Insel zu nahe kommen.

 

Wie kamen die Schlangen auf die Insel?

Eine weitere Legende besagt, dass die Schlangen von Piraten eingeschleppt wurden, die dadurch ihre auf der Insel versteckten Schätze schützen wollten.

 

In der Realität haben sich die Schlangen aufgrund des steigenden Meeresspiegels dort angesiedelt – eine weniger aufregende Geschichte als die der paranoiden Piraten, aber trotzdem interessant.

 

Die Schlangeninsel war einmal Teil des Festlandes von Brasilien, doch als der Meeresspiegel vor über 10.000 Jahren stieg, trennte er die Landmasse ab und verwandelte sie in eine Insel.

 

Unterschiedliche Bedingungen erfordern unterschiedliche Evolutionen

Die Tiere, die auf Queimada Grande isoliert wurden, entwickelten sich in den darauffolgenden Jahrtausenden anders weiter als die auf dem Festland – vor allem die Insel-Lanzenotter. Weil den Schlangen nur Vögel als Beutetiere zur Verfügung standen, half Mutter Natur ihnen, besonders starkes Gift zu produzieren, sodass sie jeden Vogel fast sofort töten können. Einheimische Vögel sind zu schlau, um sich von den Schlangen fangen zu lassen, also ernähren sich die Schlangen von Vögeln, die die Insel nur besuchen.

 

Die Lanzenotter, die Festland-Version der Insel-Lanzenotter, ist in Brasilien für 90 Prozent aller Schlangenbisse verantwortlich. Ein Angriff ihrer Verwandten von der Insel, deren Gift etwa fünfmal stärker ist, ist durch die Isolation sehr unwahrscheinlich. Sollte ein solcher Biss jedoch einmal vorkommen, ist er sehr viel wahrscheinlicher tödlich. Es gibt keine offizielle Statistik über die Tödlichkeit der Insel-Lanzenotter, aber jemand, der von einer gewöhnlichen Lanzenotter gebissen und danach nicht behandelt wird, muss mit einer Wahrscheinlichkeit von sieben Prozent mit dem Tod rechnen. Eine Behandlung garantiert das Überleben nicht einmal: Es besteht weiterhin eine Sterberate von drei Prozent.

 

Insel-Lanzenotter-Gift als Heilmittel?

Es ist schwer, sich auszumalen, warum überhaupt irgendjemand auf die Idee kommen sollte, einen solchen Ort, wo ein schmerzhafter Tod alle paar Schritte droht, besuchen zu wollen. Doch das tödliche Gift zeigt Potenzial, Herzkrankheiten zu bekämpfen. Das führte zu einer Nachfrage nach dem Gift auf dem Schwarzmarkt. Für manche Verbrecher ist die Aussicht auf das Geld genug Verlockung, um dem fast sicheren Tod auf Queimada Grande in die Augen zu sehen.

 

 

Quelle: Jonas Grundler für Business Insider Deutschland

Foto: Nayeryouakim/Wikimedia


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