04.05.2017

Hawking: „Wir müssen die Erde noch vor 2117 verlassen"

Während den Arbeiten zu einem Dokumentarfilm machte Professor Stephen Hawking erneut die Notwendigkeit deutlich, warum die Menschheit so schnell wie möglich andere Planeten  besiedeln sollte.

 

Ob nun die globale Erwärmung, ein Atomkrieg, genetisch mani- pulierte Krankheiten oder eine außer Kontrolle geratene künst- liche Intelligenz - die nächsten 100 Jahre könnten für die menschliche Zivilisation die gefährlichsten überhaupt werden. Hawking, der derzeit mit seinem ehemaligen Schüler Christophe Galfard an einem neuen Dokumentarfilm für die BBC mit dem Titel »Expedition New Earth« (Deutsch: Expedition neue Erde) arbeitet, schilderte dem The Telegraph, dass es für unsere Zivilisation absolut notwendig sei, die Kolonisierung anderer Planeten voranzutreiben - und zwar so früh wie nur möglich.

 

„Obwohl die Wahrscheinlichkeit einer Katastrophe auf dem Planeten Erde innerhalb eines Jahres recht gering ist, summiert sie sich jedoch im Laufe der Zeit nach oben", sagte er im vergan- genen November, als er das Zeitfenster, das uns noch bleibt, mit 1.000 Jahre ansetzte. Hawking warnt ja schon seit Jahren vor der latenten Gefahr, die hier auf der Erde auf uns lauert (wir berichteten). Jetzt aktuell merkte er noch an, dass „wir uns in den Weltraum und zu anderen Sternen ausbreiten sollten, damit eine Katastrophe auf der Erde nicht gleichzeitig auch das Ende der menschlichen Rasse bedeuten würde." In seiner Doku beschäftigt er sich mit diesem Problem und versucht zu klären, wie schnell wir ein solches One-Way-Ticket für die Flucht von der Erde einlösen könnten.

 

Ob die Menschheit jedoch technisch und organisatorisch überhaupt in der Lage wäre, innerhalb von nur 100 Jahren andere Planeten zu besiedeln, ist zweifelhaft. Außerdem, selbst wenn wir es tatsächlich schaffen würden, dürften aufgrund der Distanzen im Universum wohl erst unsere weit in der Zukunft lebenden Nachkommen einen lebensfreundlichen Planeten erreichen. Und was dann? Ein lebensfreundlicher Planet müsste die gleichen Eigenschaften wie die Erde aufweisen und das hieße, dass auch dort wieder Gefahren wie Asteroiden, Klimawandel oder Vulkanausbrüche lauern würden. Und wir sollten auch nicht die »hausgemachten« Gefahren vergessen, die uns schon in diesem sogenannten Generationenraumschiff vernichten könnten, bevor wir überhaupt eine Erde 2.0 erreichen. Denn die künstliche Intelligenz, die außer Kontrolle geraten kann, nehmen wir ja garantiert mit an Bord und die Aggressionen, die auf der Erde zu einem Atomkrieg hätten führen können, könnten auch in dem Raumschiff eine Katas- trophe auslösen.

 

Eine Marskolonisation dürfte ebenfalls nicht in den nächsten 100 Jahren erfolgreich abgeschlossen sein. Der Mars würde nicht nur wegen der lebensfeindlichen Bedingungen viele Probleme mit sich führen. Denn auf dem Mars - ebenso wie auf dem Raum- schiff - müssten die Kolonisten viele Jahrhunderte/Jahrtausende in einem geschlossenen System, auf engstem Raum, mit den unterschiedlichsten Menschen auskommen und mit den mini- malsten Lebensstandards auskommen. Bei unserem geistigen Potenzial ein Selbstmordkommando!

 

Die größte Gefahr dürfte aber wohl bestehen, bevor überhaupt ein Raumschiff gestartet ist. Denn wie viele der rund 7,5 Milliarden Menschen dürften wohl die Möglichkeit erhalten, die Erde verlassen zu dürfen? Und wie werden sich diejenigen verhalten, die nicht die Chance zum Überleben erhalten und hierbleiben müssen? Werden sie das einfach akzeptieren oder doch eher einen Aufstand bzw. Krieg gegen die (reichen) Privilegierten führen?

 

Fazit: Der Mensch wäre mit seinen primitiven, technischen Möglichkeiten weder imstande, in den nächsten 100 Jahren den Mars zu kolonisieren noch ein Raumschiff zu bauen, das unsere Zivilisation auf andere, lebensfreundliche Planeten befördert. Und unsere geistigen Eigenschaften würden sowohl auf dem Mars als auch auf dem Raumschiff sehr schnell zu Konflikten führen, die zur Vernichtung dieser Populationen führen. Am Ende hätten die Menschen die größte Überlebenschance, die auf der Erde geblieben sind ...

 

 

© Fernando Calvo*, Foto: The Telegraph

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