02.01.2018

Immer mehr Lebensmittel werden aus »Abfällen« erzeugt

Die Lebensmittelindustrie hat festgestellt, dass die Nachfrage nach Produkten, die aus Nahrungsabfällen hergestellt werden und eigentlich für die Mülltonne gedacht waren, stetig steigt.

 

Trotz der Tatsache, dass allein in den Vereinigten Staaten jährlich 62 Millionen Tonnen Lebensmittel auf dem Müll landen, kann es sich jeder siebte US-Amerikaner noch immer nicht leisten, sich regelmäßig ausreichend mit gesunden Lebensmitteln zu versorgen. Erschwerend kommt hinzu, dass ein erheblicher Prozentsatz dieser weggeworfenen Lebensmittel eigentlich noch genießbar ist und nur deshalb entsorgt wird, weil sie zu klein, unförmig oder weil sie ihr Verfallsdatum überschritten haben.

 

Mehr als ein Drittel der von uns produzierten Lebensmittel wird niemals konsumiert und landet auf der Müllhalde. Eine derart hohe Quote an Speiseresten ist erschreckend und um dieses Problem zu lösen, haben sich Wissenschaftler darauf konzentriert, Lebensmittel aus überschüssigen Zutaten oder solchen Zutaten herzustellen, die bei der Herstellung anderer Lebensmittel anfallen. Derartige Lebensmittel bezeichnet man als Mehrwertprodukte.

 

Nun haben sich Wissenschaftler der Pennsylvania Drexel University dieses Problems angenommen und eine Untersuchung durchgeführt, um festzustellen, wie Kunden zu Lebensmitteln stehen, die ansonsten im Müll entsorgt werden würden. Für ihre Studie überreichten sie den Probanden Lebensmittel mit den Bezeichnungen »konventionell«, »organisch« und »Mehrwertprodukt« und stellten fest, dass die Menschen eigentlich ganz offen für den Kauf von Lebensmitteln sind, die sonst entsorgt worden wären.

 

Einige Lebensmittelhersteller machen sich diese Erkenntnis bereits zu Nutze, indem sie Lebensmittelabfälle zur Herstellung neuer Produkte verwenden und die Nachfrage nach solchen Lebensmitteln scheint zu steigen. Zu ihnen gehört auch »Rubies in the Rubble« (Deutsch: Rubine im Müll), das pro Jahr über 200 Tonnen Obst- und Gemüseabfälle verarbeitet und es sieht so aus, als würden sie diese Menge in den nächsten zwölf Monaten auf 500 Tonnen erhöhen. Das britische Unternehmen stellt unter anderem Konfitüren und Chutneys aus Obst- und Gemüseabfällen her. Sie verkaufen Bananenketchup, gewürztes Birnenchutney, Piccalilli (eine indisch inspirierte britische Essiggurke) und vieles mehr ­– allesamt aus Produkten, die ansonsten verfault wären, weil sie unter- oder überreif, ungewöhnlich aussehend oder einfach nur Überschussware waren.

 

„Anstatt Abfälle für Schweinefutter zu kompostieren, zu spenden oder heimlich auf eine Mülldeponie zu transportieren, werden die Hersteller die Tatsache erkennen, dass man diese Lebensmittel auch im Nahrungssystem halten kann", sinniert Studienleiter Jonathan Deutsch, Professor für Kochkunst, im Smithsonian Magazine.

 

© Fernando Calvo*, Foto: Bi-frie/Wikimedia

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