07.03.2019

Plastikmüll erreicht sogar die Tiefsee und ihre Bewohner

Immer öfter entdecken Forscher Plastik im Magen der Meeresbewohner und landen damit in den Schlagzeilen. Wie schlimm es tatsächlich um die Ozeane dieser Welt steht, hat ein Forscherteam der Universität von Newcastle herausgefunden. Auch sie haben Plastik in den Mägen von Tieren gefunden — allerdings in den tiefsten Abgründen der Ozeane.

 

Als Teil des »Sky Ocean Rescue«-Projekts sammelte das Forschungsteam unter der Leitung von Dr Alan Jamieson Krebstiere von sechs verschiedenen ultratiefen Tiefseegräben: Dem Marianengraben, Japangraben, Boningraben, Atacamagraben, Neuhebridengraben und Kermadecgraben. Das Ergebnis schockierte die Wissenschaftler. 72 Prozent aller eingesammelten Krebstiere hatten Plastik in ihrem Magen. Noch schlimmer: Je tiefer die Wissenschaftler gingen, desto mehr Plastik fanden sie. In einer Tiefe von 11.000 Metern, im Marianengraben, fanden die Forscher in 100 Prozent aller Krebstiere Plastikteilchen. „Diese Studie hat gezeigt, dass menschengemachte Mikrofasern sich in einem Ökosystem ansammeln, das wir kaum verstehen und wir haben es versäumt, Daten zu dem Ökosystem vor der Kontamination zu sammeln“, wird der Marinewissenschaftler Alan Jamieson in einer Pressemitteilung der Newcastle University zitiert.

 

 

Es sei unwahrscheinlich, dass es noch Marineökosysteme gibt, die nicht von unserem Müll betroffen sind. Vergangenes Jahr wurden sogar Plastikbeutel im Marianengraben gefunden. „Natürlich landet unser Müll letztendlich in der Tiefsee“, sagte Jamieson in einer zweiten Pressemitteilung der Newcastle University. „Wenn man einen Fluss kontaminiert, kann er sauber gespült werden. Wenn man eine Küste kontaminiert, kann sie von den Gezeiten gereinigt werden. Aber an den tiefsten Punkten des Ozeans bleibt der Müll einfach liegen.“ Es sei anzunehmen, dass sich der Müll deswegen immer weiter anhäuft, anstatt weggespült zu werden. „Das ist ein sehr beunruhigender Fund.“ Dass Plastik im Magen der Tiere an so vielen verschiedenen Orten gefunden wurde, die teilweise tausende Kilometer voneinander entfernt liegen, zeige, dass das Problem global sei.

 

Die Menschheit hat laut einer Studie der University of Georgia seit den 1950er Jahren bis 2015 mehr als 8,3 Milliarden Tonnen Plastik produziert. Mehr als 6,3 Milliarden Tonnen davon wurden weggeworfen — sie liegen also auf der Mülldeponie oder in der Natur. „Je mehr man darüber nachdenkt, desto deprimierender ist es“, sagte Jamieson.

 

 

Quelle: Joshua Fritz für Business Insider Deutschland

Foto: Pixabay, CC0 Creative Commons

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