03.12.2016

Unsere Vorfahren brannten Europas Wälder nieder

Riesige Waldbrände, die von prähistorischen Jägern und Sammlern gelegt wurden, sind wahrscheinlich der Grund, warum Europa heute nicht dichter bewaldet ist.

 

Zu diesem Ergebnis kommt ein internationales Wissenschaftler- team um den Klimaforscher Professor Jed Kaplan von der Universität Lausanne sowie dem Archäologen Professor Jan Kolen von der Universität Leiden. Wie sie im Fachjournal PLoS ONE am 30. November berichteten, konnte ihre Forschungs-studie neue Einblicke in die Rolle der prähistorischen Jäger und Sammler liefern und aufzeigen, wie gravierend sie an der Veränderung der Landschaft beteiligt waren. So deute alles hin, dass sie während der kältesten Phase der letzten Eiszeit vor etwa 20.000 Jahren bewusst Waldbrände anlegten, um auf den dadurch gewonnenen Flächen Wiesen und parkähnliche Wälder anzulegen. Wahrscheinlich taten sie dies, um Wildtiere anzu- locken und das Sammeln der pflanzlicher Nahrung und Rohmate-rialien einfacher zu gestalten - es erleichterte aber auch die Fortbewegung. Es wäre aber auch möglich, dass die riesigen Wald- und Steppenbrände lediglich das unglückliche Resultat vom fahrlässigen Umgang mit dem Feuer in den halboffenen Landschaften gewesen sein könnte.

 

Die Forscher hatten für ihre Analysen Schlickansammlungen aus der Eiszeit und Computersimulationen mit neuen Interpreta-tionen archäologischer Daten kombiniert. Sie zeigten, dass die Menschen vor 20.000 Jahren von Spanien bis nach Russland, in ganz Europa, mit dem Feuer in der Lage waren, die Landschaft zu verändern. Das würde auch erklären, wieso es zu widersprüchlichen Ergebnissen kommt, wenn man versucht, die frühere Vegetation auf Basis von Pollen- und Pflanzenresten aus Seen und Sumpflandschaften zu rekonstruieren, denn die weisen eher darauf hin, dass Europa einst eine offene Steppenvegetation besaß. Doch Computersimulationen, die auf acht möglichen Klimaszenarien basieren, zeigen, dass die Landschaft in weiten Teilen Europas unter natürlichen Bedin-gungen eigentlich viel dichter bewaldet gewesen sein müsste.

 

 

© Fernando Calvo, Foto: John McColgan/Wikimedia

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