01.12.2019

Rottete Homo sapiens alle anderen Menschenspezies aus?

Vor etwa 300.000 Jahren gab es auf der Erde mindestens neun verschiedene Menschenarten aber heute gibt es nur noch eine: den Homo sapiens. Nick Longrich, ein leitender Dozent für Paläontologie und Evolutionsbiologie an der University of Bath, hat die unbequeme Möglichkeit untersucht, ob wir in unserer Vergangenheit nicht vielleicht genauso ausrottend waren wie heute.

 

Vor 300.000 Jahren existierten mindestens neun menschliche Spezies auf der Erde, von denen lediglich wir, der Homo sapiens, überlebte. Egal ob es der stämmige Homo neanderthalensis in Europa, der mit ihm verwandte Denisovaner in Vorderasien, der Homo luzonensis und Homo floresiensis in Asien, der rätselhafte Rotwildhöhlen-Mensch in China sowie der Homo erectus, Homo rhodesiensis und Homo naledi in Afrika: Mit dem Erscheinen und der globalen Verbreitung des Homo sapiens verschwanden sie von der Bildfläche.

Das Verschwinden dieser anderen Menschenspezies ähnelt einem Massensterben, doch es gibt keine wissenschaftlich bewiesenen Umweltkatastrophen wie Vulkanausbrüche, Klimawandel oder Asteroideneinschläge, die es begründen könnten – zumal ja auch der Homo sapiens davon betroffen gewesen sein müsste.

 

Aber warum sollten unsere Vorfahren ihre Verwandten ausgelöscht und ein Massensterben - oder, genauer gesagt, einen Massenvölkermord – verursacht haben? Im The Conversation liefert Nick Longrich die mögliche Antwort, die er im Bevölkerungswachstum sieht. Denn der Mensch vermehrt sich wie alle Arten exponentiell und unsere Population verdoppelt sich seit unserer Entstehung alle 25 Jahre.

 

Als der Mensch zum gemeinschaftlichen Jäger wurde und keine Raubtiere mehr zu fürchten hatte, die ihre Population dezimierte, wuchs seine Zahl entsprechend an. Dieser Bevölkerungszuwachs könnte bei Nahrungsmittelknappheit durch Dürre, einem harten Winter oder Übernutzung von Ressourcen könnten die unterschiedlichen Arten unweigerlich in einen Konflikt um die Nahrung geführt haben. Diese Kriege könnten schließlich der wichtigste Regulierungsmechanismus des Bevölkerungswachstums gewesen sein.

 

Demnach wäre die Ausrottung der anderen Arten möglicherweise kein geplantes, koordiniertes Bestreben gewesen, sondern ein langer Krieg um die knappen Ressourcen.

 

Diese Theorie ist allerdings mehr als zweifelhaft, denn zumindest der Neandertaler hatte nachweislich sehr hohe kognitive und technische Fertigkeiten aufzuweisen sowie eine starke soziale Kompetenz. Demnach hätte er den Konkurrenzkampf mit dem Homo sapiens problemlos aufnehmen können, zumal seine Population aufgrund des längeren Bestehens in Europa deutlich höher gewesen sein müsste.

 

© Fernando Calvo*, Foto: Pixabay, CC0 Creative Commons

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