18.05.2017

Künstliche Intelligenz soll Delfinsprache entschlüsseln

Ein schwedisches Projekt will mithilfe künstlicher Intelligenz die Kommunikation der Meeressäuger entschlüsseln. Das wäre auch für Astrobiologen interessant.

 

Seit Jahrzehnten suchen Forscher einen Weg, das Kommuni-kationssystem der Delfine zu entziffern. Dank des schwedischen Start-up-Unternehmens Gavagi könnte dieses Ziel bereits in vier Jahren erreicht werden, wie die »Huffington Post« schreibt.

 

Die Firma hat eine Sprachanalyse-Software entwickelt, die schon 40 Sprachen entschlüsselt hat. Mithilfe künstlicher Intelli- genz soll sie nun der Sprache der Meeressäuger auf den Grund kommen.

Funktion der Sprache bekannt

In einem gemeinsamen Projekt mit der Königlichen Technischen Hochschule in Stockholm wollen die Forscher Pfiffe, Quietsch- und Klicklaute der Tiere analysieren. «Wir wissen, dass Delfine ein komplexes Kommunikationssystem haben, aber wir wissen noch nicht, worüber sie sprechen», sagt Jussi Karlgren, Mitgrün- der der Firma Gavagai. „Wir wissen allerdings sehr wohl, welche Funktion die Sprache hat.“ Die Tiere würden diese bei der Jagd nutzen, bei der Partnersuche oder wenn sie sich gemeinsam gegen Angreifer verteidigen.

 

Hinweise auf Syntax

Delfine haben ein Äquivalent eines Namens – den sogenannten Signaturpfiff. Mit diesem ist jedes Tier ein Leben lang identifi-zierbar. Ob das Kommunikationssystem der Delfine der mensch-lichen Sprache ähnelt, ist unklar. Allerdings gibt es Hinweise auf Silben, Wörter und Syntax.

 

Letztes Jahr haben Forscher in Russland behauptet, eine Konversation zwischen zwei Großen Tümmlern aufgenommen zu haben. Die beiden Tiere aus dem Schwarzen Meer hätten Im- pulse und Pfiffe von sich gegeben, die Wörtern und Sätzen entsprechen würden.

 

Kommunikation mit Außerirdischen

Gelingt dem schwedischen Projekt der Durchbruch, wäre das nicht nur bedeutend für die Zoologie. Es könnte hilfreich sein, um dereinst mit einer intelligenten außerirdischen Zivilisation zu kommunizieren, wie die Zeitung schreibt. Das erinnert an den »Star-Trek«-Film Zurück in die Gegenwart von 1986. Dort spiel- ten auch Meeressäuger eine Schlüsselrolle, als eine außer-irdische Raumsonde versuchte, mit Buckelwalen in Kontakt zu treten.

 

Ein Problem bei der Suche nach außerirdischen Leben sei die Kommunikation, schreibt die Plattform futurism.com im Hinblick auf die Software von Gavagi: „Wir brauchen Wege, mit Außer-irdischen zu kommunizieren. Da kann es nicht schaden, wenn wir schon die Sprache einer anderen Lebensform beherrschen.“

 

 

Quelle: Der Bund, Foto: Martin Fisch/Wikimedia

 

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