28.02.2019

Rätsel um »jungfräuliche« Geburt von Stichling gelöst

Die Forscher waren überrascht, zu sehen, dass aus unbefruchteten Eiern dennoch Stichlinge ausgeschlüpft waren.

 

Der Dreistachlige Stichling (Gasterosteus aculeatus) ist sowohl in Süß- als auch in Küstengewässern der nördlichen Hemisphäre beheimatet und vermehrt sich typischerweise, indem ein Männchen zunächst das Weibchen durch Bogensprünge (Zickzack-Tanz) in sein speziell zum Laichen gebautes Nest lockt. Darin legt das Weibchen dann die Eier ab, bevor sie vom Männchen verjagt wird und er sie befruchtet. Anschließend übernimmt das Männchen den Schutz und die Pflege der Brut ganz allein.

 

 

In diesem Fall jedoch schien ein Weibchen, das in den Äußeren Hebriden in Schottland gefangen und auf den Namen »Mary« getauft wurde, Eier zu tragen, die bereits befruchtet worden waren - so dass die Wissenschaftler rätselten, wie das geschehen konnte. „Sie sah wie ein ganz gewöhnlicher trächtiger Fisch aus, also konnten wir es nicht glauben, als wir feststellten, dass sie fast vollständig entwickelte Embryonen in ihren Eierstöcken trug", erklärte Dr. Laura Dean gegenüber Science Daily. „Das ist bei einer eiablegenden Art ziemlich ungewöhnlich. Die Embryonen waren vollkommen gesund, in keinster Weise deformiert und die meisten haben ein normales Erwachsenenleben geführt."

 

Nachdem sie an den Nachkommen Gentests durchgeführt hatten, wurde den Forschern jedoch klar, dass es einen Vater geben musste - doch wie wurden die Eier befruchtet, wenn sie sich doch im Körper des Weibchens befanden? „Was sehr wahrscheinlich passiert sein könnte, ist, dass sie in ein Nest gegangen ist, um ihre Eier abzulegen, wo bereits ein anderes Weibchen ihre Eier hinterlegt hatte, die schon von einem männlichen Stichling mit seinem Samen befruchtet worden waren", sagte Dean. „Irgendwie muss ein Teil des Samens aus dem Nest in Mary gelangt sein, vermutlich durch ihren Eischlauch, und die Eier in ihr befruchtet haben, doch sie hat die Eier nie gelegt."

 

Es werden nun Anstrengungen unternommen, um festzustellen, ob es sich dabei um einen reinen Zufall handelte oder ob sich die Art in einer evolutionären Veränderung befindet, die dieses neue Verhalten erklären könnte. „Obwohl dieser fast zufällige Fund ein verschwindend seltenes Phänomen aufdeckte, könnte er uns helfen, eine wirklich wichtige Veränderung zu verstehen, die sich im Laufe des Lebensbaums vollzogen hat", sagt Andrew MacColl, außerordentlicher Professor der Evolutionsbiologie.

 

 

© Fernando Calvo*, Foto: CC BY-SA 4.0 Evan Baldonado

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