25.06.2019

Schiffsbohrwurm entdeckt, der sich von Gestein ernährt

Schiffsbohrwürmer sind typischerweise dafür bekannt, dass sie sich durch Holz fressen, entsprechend überrascht waren die Wissenschaftler festzustellen, dass es offenbar auch Arten gibt, die Felsgestein bevorzugen.

 

Der Schiffsbohrwurm (Teredo navalis) ist trotz seines Namens eigentlich kein Wurm, sondern eine Muschel-Art aus der Familie der Schiffsbohrmuscheln (Teredinidae). Zur Zeit, als noch Segelschiffe aus Holz die Weltmeere befuhren, stellten diese Muscheln sowohl für Schiffsbauer als auch für Seeleute gleichermaßen ein großes Problem dar, da sie dazu neigten, unzählige Löcher in die Schiffsrümpfe zu bohren. Zum wohl berühmtesten Opfer dieser knapp 1 cm breiten und bis zu 50 cm langen Tiere wurde Christoph Kolumbus auf seiner vierten Reise in die Karibik im Jahre 1502 - aber auch heute noch werden Schiffsbohrwürmer dafür gefürchtet, dass sie Holzkonstruktionen wie Brücken, Hafen- und Steganlagen, oder Deiche beschädigen. Denn der Schiffsbohrwurm ernährt sich, indem er die Zellulosebestandteile des abgeraspelten Holzes mit den Enzymen Cellulase und Glucosidase zu knapp 80 % in Zucker umwandelt.

Wie ein internationales Forscherteam nun im Fachjournal Proceedings of the Royal Society B berichtet, haben sie festgestellt, dass es mindestens eine Schiffsbohrwurm-Art gibt, die sich viel lieber von Gestein ernährt. Diese bemerkenswerten Geschöpfe wurden in einem philippinischen Fluss entdeckt und nicht nur dabei beobachtet, wie sie sich mit ihren großen, flachen Zähnen durch den Kalksteinfelsen fressen, sondern auch wie sie Sand ausscheiden.

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass diese neuentdeckte Schiffsbohrwurm-Art viel kleiner ist - im Durchschnitt 150 Millimeter lang. Zudem ist sie weiß und ähnelt eher Würmern als Muscheln. Sie unterscheidet sich auch physisch signifikant von holzfressenden Schiffswürmern - zum Beispiel haben sie größere, flachere Zähne, die sich besser zum Bohren durch das Gestein eignen. Dieser Art fehlt auch der typische Beutel, der von seinen holzfressenden Verwandten zum Verdauen des Holzes verwendet wird. Die Forscher gehen davon aus, dass solche physikalischen Unterschiede darauf hindeuten, dass der felsfressende Schiffsbohrwurm wahrscheinlich nicht evolutionär von seinem holzfressenden Verwandten hervorgegangen ist, sondern wohl schon viel früher die Linie ihres gemeinsamen Vorfahren verlassen hat.

 

Nun müssen die Wissenschaftler nur noch ergründen, wie es diese auf den Namen Lithoredo abatanica getaufte neue Art schafft, dem Kalkstein Nährstoffe abzugewinnen.

 

 

© Fernando Calvo*, Foto: Proceedings of the Royal Society B

 

VIDEO:

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