24.08.2019

Neue Theorie zum Rätsel vom Skelett-See

Der Roopkund-See im Himalaya heißt bei den Einheimischen auch Skelett-See, weil dort unzählige menschliche Knochen liegen. Ein internationales Forscherteam geht dieser rätselhaften Ansammlung nun auf den Grund und kommt zu überraschenden Erkenntnissen.

 

Ein internationales Forscherteam hat menschliche Überreste untersucht, die sich im Roopkund-See auf über 5.000 Metern Höhe im Himalaya befanden. Das Gewässer wird von Einheimischen auch Skelett-See genannt. Nach Angaben der Wissenschaftler aus Indien, den USA und Deutschland stammen die verstreuten Skelettreste von insgesamt mehreren Hundert Individuen.

Bisher wurden diese Funde nicht systematisch anthropologisch oder archäologisch untersucht. Deshalb gab es auch verschiedene Theorien, was die Menschen hierhergeführt hatte. Es wurde vermutet, dass sie als Pilger eine Wallfahrt zu einem nahe gelegenen Schrein für die Berggöttin Nanda Devi unternommen haben. Eine andere These war, dass es sich um eine Gruppe von Kaufleuten oder die Überreste einer Armee handelt. Außerdem wurde gemutmaßt, es könnte sich um Opfer einer Epidemie handeln.

 

Mit den neu gewonnenen Forschungsergebnissen widerlegt das internationale Team von mehr als zwei Dutzend Archäologen, Genetikern und anderen Spezialisten einige dieser Thesen und präsentiert stattdessen eine neue Geschichte des »Skeleton Lake«. In ihrer in Nature veröffentlichten Studie erläutern die Forscher, dass sie mit einer Vielzahl von bioarchäologischen Analysen feststellen konnten, dass sie Skelette zu drei genetisch unterschiedlichen Gruppen gehörten, die über ein Jahrtausend verteilt in den See gelangten.

 

Nur wenige Gemeinsamkeiten

Anhand der aus Dutzenden von Überresten extrahierten DNA konnten 23 Männer und 15 Frauen identifiziert werden. Das relativ ausgeglichene Verhältnis von Frauen und Männern widerlegt nach Ansicht der Wissenschaftler, dass die Personen Teil einer Militärexpedition waren. Alle Individuen waren weitgehend gesund, drei hatten nicht verheilte Frakturen. Bakterielle Pathogene, die die Epidemie-These stützen würden, wurden nicht gefunden.

 

23 der 38 untersuchten Individuen stammten aus dem heutigen Südasien, also Indien, Pakistan, Nepal, Bhutan und Bangladesh. Sie bildete jedoch keine einheitliche Gruppe und lebten auch nicht alle zur gleichen Zeit. Eine Gruppe von 14 Untersuchten hatte mit Westeuropäern verwandte Vorfahren. Bei einer genaueren Zuordnung legten sich die Wissenschaftler für einzelne Individuen auf das griechische Festland und Kreta als Herkunftsgegend fest. Ein Individuum hatte den Untersuchungsergebnissen zufolge ostasiatische Vorfahren.

 

Mit der Radiokarbonmethode konnten die Skelett-Teile datiert werden. Demnach lebten die meisten der Menschen vor etwa 1.000 Jahren und kamen bei mindestens zwei voneinander isolierten Ereignissen ums Leben. Einige starben jedoch erst im frühen 19. Jahrhundert. Für die Heterogenität der Toten vom Skelett-See spricht auch, dass verschiedene Ernährungsgrundlagen nachgewiesen wurden.

 

Nach Ansicht der Forschergruppe ist für die ostasiatische Gruppe die Hypothese eines Massentodes während Pilgerreisen die plausibelste Erklärung. Die Gruppe aus dem östlichen Mittelmeerraum lebte möglicherweise im Landesinneren und starb bei einer Reise im Himalaya. Ob die Menschen als Pilger oder aus anderen Gründen unterwegs waren, lasse sich nicht sagen. Auch bei der Todesursache können die Wissenschaftler nur mutmaßen. Vermutlich war die Höhe von über 5.000 Metern ein Faktor, warum die Menschen ums Leben kamen.

 

Quelle: für n-tv, Foto: Wikipedia 

Rund um den See sind zahlreiche Skelett-Teile verteilt.
Rund um den See sind zahlreiche Skelett-Teile verteilt.

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