17.01.2018

Rätsel um Massensterben der Azteken gelöst

Vor 500 Jahren sorgte die tödliche »Aztekenpest« in Mexiko und Guatemala dafür, dass fast 80 Prozent der aztekischen Bevölkerung ausgelöscht wurde. Nun scheint ein internationales Wissenschaftlerteam die tatsächliche Ursache dafür gefunden zu haben.

 

Zwischen 1545 bis 1550 sowie von 1576 bis 1578 wurde die mexikanische und guatemalische Azteken-Nation von der sogenannten »Aztekenpest« (Cocoliztli-Epidemie) heimgesucht, deren Symptome sich mit hämorrhagisches Fieber und Kopfschmerzen bemerkbar machten. Den infizierten Opfern lief das Blut aus den Augen, Mund und Nase bevor sie schließlich nach drei bis vier Tagen starben. Innerhalb von nur fünf Jahren löschte die Seuche 80 bis 90 Prozent der damals 25 Millionen Menschen aus und reduzierte die aztekische Bevölkerung drastisch, sodass es mehrere Jahrhunderte dauerte, bis sich ihre Population wieder regenerieren konnte. Was diese Seuche jedoch ausgelöst hatte, konnten unsere Wissenschaftler trotz zahlreicher Studien bisher nicht klären.

 

Nun aber hat eine neue Studie von Forschern unter der Leitung von Johannes Krause des Max-Planck-Instituts (MPI) für Menschheitsgeschichte in Jena, der Universitäten Tübingen und Harvard (USA) sowie vom Nationalen Institut für Anthropologie und Geschichte Mexikos herausgefunden, dass eine Unterart des Bakteriums Salmonella enterica die das tödliche Massensterben verursachte. Wie sie in ihrer im Fachmagazin Nature Ecology and Evolution veröffentlichten Studie schreiben, hatten sie mittels eines neuartigen Computerprogramms die DNA von 29 menschlichen Überresten untersucht, die man am einzigen bekannten Seuchenfriedhof in der mexikanischen archäologischen Stätte Teposcolula-Yucundaa (Mexiko) gefunden hat und Bezug zur Epidemie von 1545 aufweist. So konnten sie das Bakterium Salmonella enterica Paratyphi C ausfindig machen, das auch heute noch für Krankheiten wie Typhus verantwortlich zeichnet und zum Tod führen kann.

 

„Die Cocoliztli-Epidemie zwischen 1545 und 1550 war eine von vielen Epidemien, die Mexiko nach der Ankunft der Europäer heimsuchten, doch sie war speziell die zweite von drei Epidemien, die am verheerendsten war und zu den meisten Menschenverlusten führte", erklärt Åshild J. Vågene von der Universität Tübingen in Deutschland. Damit sehen sie nun die bisherige Theorie als widerlegt, dass es sich bei der Seuche um ein virales hämorrhagisches Fieber handelte, das durch eine schwere Dürre verschlimmert wurde. „Die Ursache dieser Epidemie wird von den Historikern seit mehr als einem Jahrhundert diskutiert aber jetzt waren wir durch die Verwendung alter DNA in der Lage, direkte Beweise zu liefern, um zur Beantwortung dieser langjährigen Frage beizutragen."

 

© Fernando Calvo*, Foto: Åshild J. Vågene et al., Nature Ecology and Evolution

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