11.04.2016

Warum wurden die Templer überdurchschnittlich alt?

Forscher haben den wahrscheinlichsten Grund ermittelt, warum der rätselhafte Ritterorden der Templer eine überdurchschnitt- lich hohe Lebenserwartung hatte.

 

Der Name des geistlichen Ordens lautete im Original »Pauperes commilitones Christi templique Salomonici Hierosolymitanis«, was übersetzt »Arme Ritterschaft Christi und des salomonischen Tempels zu Jerusalem« bedeutete. Er wurde zwischen 1118 und 1121 n. Chr. während der Zeit des Ersten Kreuzzugs gegründet und sein ursprünglicher Zweck war, christliche Pilger vor Banditen und Wegelagerer im Heiligen Land zu schützen. Doch der Templerorden erlangte schnell eine Eigendynamik und seine Mitgliederzahlen wuchsen enorm an, wodurch er weit verbreitet, sehr vermögend aber auch einflussreich wurde. Schließlich wurde er dem herrschenden französischen König Philipps IV. zu mächtig, woraufhin er im Jahre 1307 den Templerorden verbot und alle seine Mitglieder unter dem Vorwand der Ketzerei und der Sodomie (im Sinne homosexueller Handlungen) anklagte und verurteilen ließ.

 

Das interessante an den Templerorden sind aber nicht nur die vielen Legenden und Mythen um ihre Beteiligung daran, den heiligen Gral und die Bundeslade behütet und versteckt zu haben, sondern auch, dass sie scheinbar überdurchschnittlich alt werden konnten. Betrug die durchschnittliche Lebensdauer der Menschen damals lediglich 25 bis 40 Jahre, erreichten die Mitglieder des Templerordens ein stolzes Alter von über 60 Jahren. So lebte das Gründungsmitglied und erster Großmeister des Templerordens Hugues de Payens beispielsweise bis zum Alter von 66 Jahren und Großmeister Jacques de Molay war 67 Jahre alt, als er auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde.

 

Eine im Fachjournal »Digestive and Liver Disease« veröffent-lichte Studie italienischer Forscher der Università Cattolica del Sacro Cuore in Rom hat dieses Rätsel genauer untersucht und glaubt, die Lösung gefunden zu haben. Der Schlüssel ihrer Langlebigkeit könnte in ihren strengen Regeln bezüglich der Ernährung und Hygienepraktiken liegen, so die Studie Denn das Händewaschen vor dem Essen war eine Pflicht und darüber hinaus war das Refektorium (Speisesaal) immer mit sehr sauberen Tischdecken ausgestattet. Auch der Speiseplan der Ordensbrüder war streng geregelt und Fleisch nur drei Mal in der Woche gestattet – und auch nur für die gesunden Mitglieder. An den übrigen Tagen musste man sich mit zwei oder drei anderen Gerichte aus Gemüse, Fisch oder anderen Speisen begnügen. Entsprechend wurden Fisch, Käse, Olivenöl, Gemüse und frisches Obst von den Templern sehr geschätzt.

 

Derartige Essgewohnheiten waren nicht typisch für das Mittelalters und so litten die normalen Menschen damals oft unter gesundheitlichen Problemen wie Diabetes, Gicht und Bluthochdruck, da ihre Ernährung im Gegensatz zu den Templern massenweise Fette und Kalorien enthielt. Und es hat den Anschein, dass die Templer sogar gesünder lebten, als die meisten Menschen unserer Zeit.

 

 

© Fernando Calvo, Foto: Wikimedia Commons

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