06.09.2019

Nach DNA-Analyse: »Nessie« könnte ein Riesenaal sein

Die Analyse der eDNA-Proben vom Loch Ness sind abgeschlossen und liefern eine mögliche Erklärung für das legendäre Seeungeheuer »Nessie«.

 

Wie Professor Neil Gemmell von der University of Otago in Neuseeland erklärte, können Wissenschaftler anhand von Wasserproben ermitteln, welche Arten von Organismen darin leben. Über die sogenannte Umwelt-DNA (Environmental-DNA, kurz eDNA) wären sie in der Lage, Tausende von unterschiedlichen Lebewesen in den betreffenden Gewässern zu identifizieren. Dieses Verfahren wird beispielsweise bereits erfolgreich angewendet, um die marine Biodiversität zu überwachen. Entsprechend wurde die Idee geboren, es ebenso einsetzen, um die Existenz des mythischen Seeungeheuers »Nessie«, das im dem schottischen See Loch Ness leben soll, zu bestätigen - oder zu widerlegen.

Im Rahmen des Projektes Super Natural History – Loch Ness Edition hatte nun ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Prof. Gemmell im Juni 2018 insgesamt 250 e-DNA-Proben vom Loch Ness entnommen und sie mit bestehenden Proben aus den anderen schottischen Seen Loch Morar, Loch Garry und Loch Oich verglichen. Auf diese Weise erhofften sie sich, Spuren von Nessies Erbgut aufzuspüren. Denn falls tatsächlich eine kryptide Kreatur wie Nessie dort in dem See lebt, müsste sie Zellen und Fäkalien im Wasser hinterlassen haben, da alle großen Tiere im Wasser DNA verlieren, während sie schwimmen. Eine fremde DNA im See würde Nessie also schließlich entlarven.

 

Nun, über ein Jahr nach der Entnahme dieser Proben, haben Prof. Gemmell und sein Team die Analyse abgeschlossen und die vollständigen Ergebnisse auf einer Pressekonferenz in Drumnadrochit, einem kleinen Ort am westlichen Ufer des Sees, bekannt geben. „Die Leute lieben Mysterien und wir haben die Wissenschaft dazu benutzt, um dem Rätsel um Loch Ness ein weiteres Kapitel hinzuzufügen“, sagte Gemmell im Interview mit der BBC News. „Wir konnten in unseren e-DNA-Sequenzdaten keine Beweise für eine Kreatur finden, die im Entferntesten damit [mit Nessie, Anm. F. Calvo] zusammenhängt. Also, sorry, ich glaube nicht, dass die Idee des Plesiosauriers aufgrund der Daten, die wir erhalten haben, Bestand hat."

 

Doch wenn es keine Hinweise auf eine unbekannte Spezies gab, welches riesige Tier ist dann für die vielen Sichtungen verantwortlich? Prof. Gemmell kann die Frage auch nicht mit 100%iger Sicherheit beantworten aber er kann zumindest einige bisher verdächtigt Kandidaten ausschließen und hat eine Vermutung: „Auf unsere Proben basierend, befindet sich weder Hai-noch Wels-DNA in Loch Ness, und wir konnten auch keine Beweise für Störe darin finden. Es gibt jedoch eine sehr große Menge an Aal-DNA. Aale sind in Loch Ness sehr reichlich vorhanden, wobei die Aal-DNA an so ziemlich jeder Stelle gefunden wurde - es gibt viele davon. Also - sind es riesige Aale? Nun, unsere Daten sagen nicht über ihre Größe aus, die die schiere Menge des Materials sagt, dass wir die Möglichkeit nicht ausschließen können, dass es im Loch Ness Riesenaale geben könnte.“

 

Prof. Gemmell schließt demnach nicht aus, dass die seit Generationen dokumentierten Sichtungen eines Seeungeheuers im Loch Ness, in Wirklichkeit ein Riesenaal sein könnte.

 

© Fernando Calvo*, Foto: Pixabay, CC0 Creative Commons

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