28.04.2019

Studie: »Dinomania« ist schuld an Nessie-Sichtungen

Eine neue Studie argumentiert, dass Sichtungen von Meeresungeheuer wie Nessie auf die Faszination der Öffentlichkeit für Dinosaurier zurückzuführen seien, die genau zu jener Zeit ihren Anfang nahmen, als die ersten Fossilien dieser seltsamen, prähistorischen Kreaturen entdeckt wurden.

 

Der Ökologe Dr. Charles Paxton von der schottischen University of St Andrews und der Wirbeltierpaläontologe Darren Naish von der englischen University of Southampton sammelten für ihre Untersuchung 1.543 Berichte über mysteriöse Wasserkreaturen, die bis ins Jahr 1801 zurückgehen, und unterzogen die Daten einer statistischen Analyse, um mögliche Entwicklungstendenzen zu ermitteln, die sich im Laufe der Zeit eingestellt haben könnten. Dabei entdeckten die Forscher angeblich einen deutlichen Anstieg der Sichtungen langhalsiger plesiosaurierähnlicher Kreaturen, der etwa zur gleichen Zeit im 19. Jahrhundert begann, als auch erstmals Dinosaurier-Fossilien gefunden wurden.

 

 

Wie sie in ihrer im Fachjournal Earth Sciences History veröffentlichten Studie schreiben, sei in der Bevölkerung mit der steigenden Kenntnis um ausgestorbenen Schwimmsaurier auch die Häufigkeit der Sichtungen von Nessie-ähnlichen Ungeheuer angestiegen. Anfang des 19. Jahrhunderts beschrieben noch etwa 10 Prozent der Augenzeugen die von ihnen beobachtete Kreatur mit einem langen Hals wie ein Plesiosaurier, in den 1930er-Jahren stieg es auf die Hälfte aller Sichtungen an.

 

Diese »Dinomania«, wie die Forscher es nennen, scheint auch einen großen Einfluss auf die Entstehung des berühmtesten - gefälschten - Fotos des Loch-Ness-Ungeheuers aus dem Jahr 1934 gehabt zu haben. Das Bild hatte der englische Chirurg Robert Kenneth Wilson erstellt und weist große Ähnlichkeit mit einem Plesiosaurier auf.

 

Zweifel an dieser Studie angebracht

Ob die Studie von Paxton und Naish tatsächlich alle Sichtungen erklären kann, dürfte wohl angezweifelt werden, denn bereits weit vor den von den beiden Wissenschaftler argumentierten ersten Dinosaurierfunden wurde von solchen Seekreaturen berichtet.

 

Die erste bekannte Erwähnung des Seeungeheuers geht auf das Jahr 565 zurück, wo in der »Vita Columbae« des Abtes Adamnan, einer Beschreibung des Lebens des Columban von Iona, beschrieben wird, wie der Heilige das Leben eines Pikten rettete, der im Fluss Ness angegriffen wurde. In 1527 beobachtete Duncan Campbell am Ufer des Loch Ness ein Seeungeheuer. Ebenfalls im 16. Jahrhundert dokumentiert eine alte Chronik ein riesiges Tier, das aus dem Loch Ness stieg und drei Männer tötete. Und um 1650 schrieb ein englischer Chronist, dass das berühmte Loch Ness wegen seiner „schwimmenden Inseln“ so bekannt sei.

 

 

© Fernando Calvo*, Robert Kenneth Wilson

Das gefälschte Foto vom Loch-Ness-Monster des Chirurgen Robert Kenneth Wilson.
Das gefälschte Foto vom Loch-Ness-Monster des Chirurgen Robert Kenneth Wilson.

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