21.08.2019

»Atomik« - Der Wodka aus Tschernobyl

Ein internationales Wissenschaftlerteam bringt einen besonderen Wodka auf den Markt, der aus Zutaten hergestellt wird, die aus dem Gebiet der Atomkatastrophe von Tschernobyl stammen.

 

Prof. Jim Smith von der britischen University of Portsmouth entwickelte den Wodka gemeinsam mit einem Team aus Forschern, die seit vielen Jahren in der Sperrzone von Tschernobyl arbeiten und dort untersuchen, wie sich das Land seit dem katastrophalen Atomunfall von 1986 regeneriert. Zusammen gründeten sie die »The Chernobyl Spirit Company«, um die Spirituose zu produzieren und zu vermarkten.

Zu dem eigentümlichen Wodka mit dem augenzwinkernden Namen »Atomik« selbst ist zu sagen, dass es sowohl aus Wasser als auch Roggen aus dem bestrahlten Gebiet rund um das Kernkraftwerk hergestellt wird. Doch die Wissenschaftler versichern, obwohl der Roggen „leicht verunreinigt" ist, könne das Endprodukt völlig unbedenklich getrunken werden. „Er ist nicht radioaktiver als jeder andere Wodka auch", beteuerte Prof. Smith der BBC News. „Jeder Chemiker wird Ihnen bestätigen können, wenn man etwas destilliert, bleiben die Verunreinigungen als Produktabfall zurück. Also nahmen wir den leicht verunreinigten Roggen und das Grundwasser aus Tschernobyl und destillierten es. Wir haben unsere Freunde an der Southampton University, die ein erstaunliches radioanalytisches Labor haben, gefragt, ob sie darin noch Radioaktivität feststellen können und sie konnten nichts finden - alles lag unter der Nachweisgrenze."

 

Laut Prof. Smith geht es bei diesem Projekt nicht nur darum, mittels eines alkoholischen Getränks mit einem speziellen Alleinstellungsmerkmal nennenswerte Gewinne zu machen. Er hofft vielmehr, dass der Verkauf des Wodkas die Gemeinden in der Sperrzone unterstützt, indem es zeigt, dass aus dem Gebiet um Tschernobyl hergestellte Produkte gesundheitlich unbedenklich sind. Denn die Menschen dort sind seit dem Reaktorunfall in einem wirtschaftlichen Notstand geraten, obwohl sich die Umwelt schon längst spürbar erholt hat und es Orte auf der Erde gibt, wo Menschen seit Generationen ungefährdet mit einer viel höheren natürlichen radioaktiven Belastung leben.

 

Deshalb plant Prof. Smith, einen Teil des Gewinns an die lokalen Gemeinden zu verteilen, der Rest wird wieder in das Unternehmen reinvestiert. Er erhofft sich auch, dass The Chernobyl Spirit Company als attraktiver Arbeitgeber vielen Menschen in der Region ein sicheres Einkommen verschaffen kann.

 

Dennoch wird es wahrscheinlich ein harter Kampf sein, die Verbraucher vom Kauf des Wodkas zu überzeugen.

 

 

© Fernando Calvo*, Foto: The Chernobyl Spirit Compan

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