29.07.2016

Belgien will Bier aus Urin brauen

Mit einer speziellen Filteranlage kann aus Urin eine Grundzutat für Bier gewonnen werden. Deshalb durften nun Freiwillige für die Wissenschaft pinkeln. Auch der Entwicklungshilfe soll das dienen.

 

Es klingt sehr skurril und eklig, ist aber ernst gemeint: In Belgien wollen Wissenschaftler aus Urin Bier brauen. Die Forscher um Arne Verliefde von der Universität Gent brauchten, um ihre Experimente starten zu können, aber erst einmal den gewünschten Rohstoff. Also baten sie Besucher eines Musikfestivals um ihre Mithilfe.

 

Die Forscher wollten zunächst eine spezielle Filteranlage testen. Das ist nämlich das eigentliche Ziel ihrer Forschung: Die Filteranlage soll aus Urin Düngerstoffe und Trinkwasser filtern. So soll beispielsweise für Entwicklungsländer eine Möglichkeit gefunden werden, beides auf möglichst billige Art und Weise aus Urin zu gewinnen.

 

Um die Anlage zu testen, sollten die Festivalbesucher sich in ein spezielles Pissoir erleichtern. Unter dem Motto »Pinkeln für die Wissenschaft« hatten die Wissenschaftler auf diese Weise rund 1000 Liter Urin gesammelt. Daraus waren mit einer speziellen Anlage Stickstoff, Kalium und Phosphor gefiltert und rund 950 Liter Trinkwasser gewonnen worden.

 

Nun soll das Wasser in staatlichen Laboren getestet werden – und dann zum Brauen eines Spezialbieres genutzt werden.

 

„Niederländer machen das seit Jahrhunderten"

Belgier sind für ihre Biertradition bekannt. Dass ausgerechnet hier ein Urinbier entstehen soll, verwundert doch. Das Pinkelbier soll Vorurteile überwinden, sagte Verliefde. „Ich weiß, dass viele das eklig finden", lacht er. „Aber hier in Belgien machen wir Witze, dass die Niederländer das schon seit Jahrhunderten tun", sagte Verliefde.

 

Trinkwasser aus Urin sei geschmacksneutral und schadstofffrei. Gemeinsam mit der Genter Stadtbrauerei »De Wilde Brouwers« (Die wilden Brauer) haben die Forscher bereits aus geklärtem Abwasser Bier gebraut. „Das ist ein leckeres Bierchen", sagt der Wasserexperte.

 

Dünger für 135 Kilogramm Mais

Das Filterverfahren der Belgier soll in Entwicklungsländern eingesetzt werden. „Bauern dort haben oft keinen Zugang zu billigem Dünger", erklärte Verliefde. Aus 1000 Litern Urin könne man genug Dünger gewinnen, um 135 Kilogramm Mais zu produzieren. Um schnell eine große Menge Urin zu sammeln, sollten die Anlagen auf Festivals, bei Fußballspielen oder an Flughäfen aufgestellt werden.

 

An sich ist es technisch  schon  länger  möglich,  aus  Urin  Trink-

wasser zu gewinnen, um beispielsweise Astronauten auf einer Raumstation zu versorgen. In   größerem  Maßstab  für  Entwick-

lungsländer wurde diese Art der Urinaufbereitung aber bislang nicht erprobt.

 

 

Quelle: Die Welt, Foto: dpa

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