02.10.2018

Die »Feen von Cottingley« – Fotos werden versteigert

Im Jahr 1917 behaupteten zwei englische Schülerinnen, Feen gesehen zu haben, die sie sogar fotografierten. Die Geschichte der »Feen von Cottingley« (englisch: Cottingley Fairies) zählt zu den berühmtesten, aufgedeckten Hoaxe des 20. Jahrhunderts. Nun stehen die berühmten Fotos zum Verkauf an und es werden hohe Erlössummen erwartet.

 

Doch zunächst die Geschichte der Fotos im Detail: Im Hochsommer 1917 gingen 16-jährige Elsie Wright und die neunjährige Frances Griffiths immer wieder zu einem kleinen Wasserfall im nordenglischen Dorf Cottingley. Die beiden Cousinen verbrachten Stunden dort und ihre Angehörigen wunderten sich, was sie wohl da machten. Die Mädchen antworten stets, dass sie Elfen beobachten würden - was ihnen jedoch natürlich niemand glaubte.

 

Daraufhin lieh sich Elsie die Kamera von ihrem Vater, um die Elfen zu fotografieren und es den Erwachsenen zu beweisen. Als Mr. Wrigh die Bilder später entwickelte, war er verblüfft. Tatsächlich waren vier winzige Gestalten mit schmetterlingsartigen Flügeln zu sehen, die vor seiner Tochter Elise tanzten. Die damals als sehr überzeugend geltenden Fotografien gelangten schließlich 1919 an die Öffentlichkeit und wurden schnell landesweit bekannt. Viele glaubten, dass die Feen echt seien, einschließlich des Arztes, Autors und Okkultisten Sir Arthur Conan Doyle, dem berühmten geistigen Vater von Sherlock Holmes. Im Sommer 1920 bat er die beiden Cousinen um weitere Beweisfotos, die er auch erhielt. Auf den drei neuen Aufnahmen waren Feen zu sehen, die von den Mädchen angeblich am Bach von Cottingley fotografiert wurden. Begleitung als weitere Augenzeugen lehnten die Cousinen strikt ab, denn sie behaupteten, dass die kleinen Geschöpfe sich nur dann zeigen würden, wenn sie alleine kämen.

Die Geschichte um die Feen von Cottingley wurde in Großbritannien sehr ernsthaft und kontrovers diskutiert und auch Sir Arthur Conan Doyle war ein bekennender Gläubiger und Verfechter der Existenz dieser Fabelwesen. Erst 1978 konnten die Fotoaufnahmen mittels moderner Computertechnik eindeutig als Fälschungen entlarvt werden. Dennoch dauerte es bis 1983, bis auch die beiden Cousinen es auch schließlich zugaben, dass sie die Fotos mit ausgeschnittenen Bildern aus einem Buch manipuliert hatten.

 

1985, drei Jahre vor ihrem Tod, schilderte Elsie in einem Fernsehinterview, dass es eigentlich gar nicht ihre Absicht gewesen sei, einen derartigen Betrug zu inszenieren aber die Geschichte hätte eine Eigendynamik entwickelt. Und als auch noch der berühmte Autor der Sherlock Holmes-Romane darauf reinfiel, hätten sie keine andere Wahl mehr gehabt, als das Spiel weiter zu spielen, um ihn nicht bloßzustellen. Im Gegensatz zu ihrer Cousine hielt Frances allerdings bis zu ihrem Tod in 1986 daran fest, dass die Elfen auf dem fünften und letzten Bild tatsächlich echt seien.

 

Jetzt kommen zwei der Fotos am 4. Oktober unter dem Hammer des Auktionshauses Dominic Winter Auctioneers im englischen South Cerney und es werden Erlöse zwischen etwa 800 Euro (£700) und 1.200 Euro (£1,000) je Bild erwartet. Zwar erscheint der Preis für die Fotos aufgrund der mittlerweile erwiesener Fälschung ungewöhnlich hoch, doch dürften sie für Sammler dennoch von großem Interesse sein, da sie schließlich zweifellos einen wichtigen Teil in der Geschichte der Paraphänomene spielten.

 

 

© Fernando Calvo*, Fotos: Elsie Wright

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