24.02.2018

Schatz des Forrest Fenn fordert viertes Todesopfer

Wie sich nun herausgestellt hat, war der Mann aus Illinois, der im vergangenen Frühjahr im Yellowstone Nationalpark tot aufgefunden wurde, auf der Suche nach dem berüchtigten Schatz des Forrest Fenn gewesen.

 

Bei dem Schatz des Forrest Fenn handelt es sich um eine von dem Kunsthändler und Autor Forrest Fenn in den Rocky Mountains versteckte Schatzkiste, die einen Inhalt im Wert von ein bis drei Millionen US-Dollar haben soll. Nachdem bei Fenn in 1985 Krebs diagnostiziert wurde und die Ärzte ihm nur noch ein halbes Jahr zu leben gaben, beschloss er, eine bronzene Schatztruhe mit Goldstücken, seltenen Münzen, Relikten, Schmuck und Edelsteinen zu füllen und sie an einem abgelegenen Ort zu verstecken. Neben dieser Kiste wollte er dann sterben und somit denjenigen, der irgendwann seine Überreste findet, mit dem Schatz belohnen. Doch es kam anders und die Ärzte konnten ihn heilen, wodurch die Truhe jahrzehntelang in seinem Tresor verweilte.

Der Schatz des Forrest Fenn.
Der Schatz des Forrest Fenn.

In 2010, kurz vor seinem 80. Geburtstag, entschloss sich Fenn schließlich, seinen ursprünglichen Plan zu verwirklichen und den Schatz dem Menschen zu schenken, der ihn findet. Er packte die Schatzkiste in seinen Wagen, fuhr in einen 4.830 Kilometer langen Gebirgszug der Rocky Mountains hinauf und versteckte sie an einer abgelegenen Stelle. Mittels einer Karte mit einem Rätsel in Gedichtform gab er kleine Hinweise auf den genauen Fundort, hier die sinngemäße Übersetzung:

 

Weil ich allein hineinging

Und kühn mit meinem Schatz,

kann ich mein Geheimnis wahren,

und auf Reichtümer anspielen, neu und alt.

 

Beginne, wo warme Wasser enden,

und führe es in die Schlucht hinab.

Nicht weit und doch zu weit zu laufen,

abgelegt unter dem Hause von Brown.

 

Von dort ist es kein Ort für Zahme,

das Ende immer näher rückt.

Es gibt kein Paddeln den Fluss hinauf,

nur schwere Last und tiefe Wasser.

 

Wenn du klug warst und die Flammen gefunden hast,

schau schnell dahin, deine Suche zu beenden.

Doch verweile kaum mit staunendem Blick.

Nimm die Truhe und gehe in Frieden!

 

Warum also musste ich gehen

und meinen Schatz zurücklassen, dass ihn alle suchen?

Die Antworten kenne ich bereits:

Ich schaffte es müde, nun bin ich schwach.

 

So hört mich an und lauscht genau:

Eure Mühen werden die Kälte wert sein.

Wenn ihr in den Wäldern tapfer seid,

habt ihr ein Anrecht auf das Gold.

 

Da es niemanden anhand des Rätsels gelang, die Schatztruhe zu finden, gab Fenn in 2013 weitere Hinweise: Es befindet sich nördlich der Stadt Santa Fe und 1.500 m über dem Meeresspiegel, doch weder in Nevada, Idaho oder Kanada. Außerdem befindet er sich in keinem Haus oder einer anderen von Menschen gemachten Struktur. In 2015 folgte der letzte Hinweis: Die Schatzkiste sei nass.

 

Mittlerweile haben Tausende versucht, den Schatz zu finden, um dadurch zu Reichtum zu kommen - allerdings erfolglos. Einige haben sogar mit ihrem Leben bezahlen müssen. Zu denen zählt nun offenbar auch Jeff Murphy aus Batavia, Illinois, der im Juni letzten Jahres auf der Suche nach dem Schatz nach Yellowstone gereist war und dort 180 Meter in die Tiefe stürzte. Wie der Albuquerque Journal berichtet, wurden die Details zu Murphy‘s Tod merkwürdigerweise von den Parkbehörden geheim gehalten und kamen erst ans Licht, nachdem der in Montana ansässige TV-Sender KTMF im Rahmen des Gesetzes zur Informationsfreiheit einen entsprechenden FOIA-Antrag stellte. In dem nun freigegeben Bericht heißt es, dass Fenn über Murphys Verschwinden informiert war und er seine Unterstützung anbot, indem er beispielsweise einen Hubschrauber zur Verfügung stellen wollte, um bei der Suche zu helfen. Leider war das nicht mehr nötig, da Such- und Rettungskräfte Murphys Leiche bereits ein paar Tage nach der Vermisstenmeldung gefunden hatten.

 

Dieser jüngste Vorfall stellt somit das mittlerweile vierte Todesopfer dar, das der berüchtigte Schatz gefordert hat und er wird zweifellos die Stimmen der Strafverfolgungsbehörden lauter werden lassen, die schon lange fordern, dass Fenn diese Schatzsuche endlich beendet. Doch dieser verteidigt seine Idee und als er bereits vergangenes Jahr mit dieser Forderung konfrontiert wurde, unterbreitete er lediglich den Kompromissvorschlag, den Schatz an einen anderen, sicheren Ort zu verstecken.

 

© Fernando Calvo*, Fotos: Forrest Fenn

Forrest Fenn
Forrest Fenn

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