30.11.2015

Riesen vom Amazonas litten nicht an Gigantismus

Seit 2013 wurden in der ecuadorianischen und peruanischen Amazonasregion ein halbes Dutzend menschliche Überreste entdeckt, die aus der Zeit zwischen dem frühen 14. und Mitte des 15. Jahrhunderts stammen und von riesiger Statur waren. Seitdem wurde unter den Experten gestritten, ob diese Men- schen krank waren und unter Gigantismus litten. Ein deutsch-britisches Forscherteam hat die Knochen nun gründlich unter- sucht und endlich eine Antwort darauf gefunden.

 

Der britische Anthropologe Russell Dement hatte im Jahre 2013 in der Amazonasregion von Ecuador und Peru auffällig große Skelette entdeckt, die ihn veranlassten, eine Arbeitsgruppe zu bilden, um der Ursache für dieser rätselhaften »Amazonas-Riesen« auf den Grund zu gehen. Er holte sich vier Wissen-schaftler der Freien Universität in Deutschland sowie Ange- hörige des indigenen Volkes der Shuar ins Team, die ihn bei der Erforschung der Skelette unterstützen sollten.

 

Die sterblichen Überreste gehörten einst zu weiblichen und männlichen Personen, die zu Lebzeiten die außergewöhnliche Körpergröße von zwischen 213 und 243 cm aufwiesen, was im Vergleich zu den am Amazonas beheimatet Völkern riesig war. Sie waren auch sehr aufwendig bestattet worden. Ihre Leichen wurden zunächst in Blätter eingewickelt und anschließend in dickem Lehm begraben. Dadurch waren die Leichname gegen das Eindringen von Wasser geschützt und blieben gut konser-viert. Ihre Analyse zeigte keinerlei Anzeichen von Krankheiten wie zum Beispiel einer hormonellen Wachstumsstörung, die in den meisten Fällen zum Gigantismus führt. Bei allen untersuch- ten Skeletten schienen die Gelenke gesund und auch sonst waren keine der üblichen Symptome von Gigantismus festzu-stellen. Eines der Skelette konnte zudem einer Frau zugeordnet werden, die zum Zeitpunkt ihres Todes etwa 60 Jahre alt gewesen war und deutlich über dem Alter lag, den Menschen mit Gigantismus damals erreicht haben konnten. Auch heute liegt die durchschnittliche Lebenserwartung von Menschen mit Riesenwuchs trotzt besserer Behandlungsmöglichkeiten noch immer deutlich unter der von normalgroßen Menschen.

 

Russell Dement hatte zuvor über zwei Jahrzehnte lang die indigenen Völker von Amazonien studiert und auch ihre Legen- den gehört. So weiß er, dass die Bewohner des Amazonas-tieflandes in ihren Geschichten sehr große, hellhäutige Men- schen erwähnen, die in ihrer Nähe gelebt haben sollen. Die Dorfältesten beschrieben sie ihm als eine große, friedliche Amazonas-Rasse, die bei den Shuar- und Achuar-Indianern willkommen waren. Allerdings glaubten die Einheimischen auch, dass diese Menschen der »Geisterwelt« angehörten und rein mythisch waren. Diese Knochenfunde scheinen jedoch zu belegen, dass es diese Riesenrasse tatsächlich gab und es nicht Menschen mit krankhaftem Riesenwuchs waren.

 

 

© Fernando Calvo

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