01.01.2017

Forscher wollen ausgestorbenen Steppenbison klonen

Ein russisches und Südkoreanisches Wissenschaftlerteam arbeitet eng zusammen, um den ausgestorbenen Steppenbison wieder zum Leben zu erwecken.

 

Bevor er irgendwann in den letzten 11.700 Jahren von der Erdoberfläche verschwand, war der Steppenbison einst in ganz Europa, Zentralasien, Kanada und Japan zahlreich vertreten. Wie die russische Onlinezeitung The Siberian Times berichtete, plant der Direktor des Museums der Mammoth North Eastern Federal University in Jakutsk, Dr. Semyon Grigoryev, gemeinsam mit seinem Kollegen Dr. Hwang Woo von den Suk's Sooam Biotech Laboratories in Seoul, einen Bison aus dem genetischen Material eines gut erhaltenen Bisonschwanzes zu klonen. Man hatte es diesen Sommer im Permafrost der russischen Region Abyjski ulus in der Republik Jakutien entdeckt und wird auf ein Alter von mindestens 8.000 Jahren geschätzt. Da nur das Schwanzstück aufgefunden werden konnte, gehen die Forscher davon aus, dass das Tier einst einem Fressfeind zum Opfer gefallen ist - vermutlich einem Tiger.

 

Zunächst wollen die Wissenschaftler aber Klonversuche mit dem noch lebenden kanadischen Waldbison (Bison bison athabascae) durchführen, bevor sie sich an ihr Meisterstück, den ausgestor- benen Steppenbison (Bos priscus) heranwagen. Dazu werden sie eine Kuh als Ersatzmutter benutzen. „Unsere koreanischen Kollegen haben bereits Erfahrung mit dem Klonen von Kühen und es wird die Ergebnisse nicht beeinträchtigen. Sollte das Experiment erfolgreich sein, erhalten wir zu 99,8% einen neugeborenen Bison", erklärte Dr. Grigoryev. „Für unser Projekt ausgestorbene Tierarten zu klonen, ist es sehr wichtig, die Artenbarriere zu überwinden. Bis jetzt gelang dies niemandem und der Klonerfolg zwischen verschiedener Spezies gibt uns Hoffnung, bereits ausgestorbene Spezies wiedererwecken sowie bedrohte Arten erhalten zu können. Natürlich ist das Klonen des modernen Waldbisons, der als nächster Verwandter des alten Steppenbisons gilt, nur eine Art Training, bevor es dann an die Wiederbelebung des alten sibirischen Bisons geht“, ergänzte er.

 

Sollte es den Forschern tatsächlich gelingen, haben sie nicht nur einen historischen Meilenstein in der Wiedererweckung ausgestorbener Arten gesetzt, sondern sind auch einen gewaltigen Schritt näher gerückt, ihre geplante Rückkehr des Wollmammuts zu erreichen (wir berichteten).

 

 

© Fernando Calvo, Fotos: Semyon Grigoryev, Outriggr/Wikipedia

Ein kanadischer Waldbison
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Der entdeckte Schwanz eines ausgestorbenen Steppenbisons
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